Hans Grugger nach seiner Entlassung aus dem Spital.

Horror-Sturz

Grugger: Comeback ins Leben

Hans Grugger (29) trat erstmals nach seinem Sturz vor die Öffentlichkeit.

Der verglaste 
Seminarraum in Hochzirl, gestern Vormittag. 40 Reporter warten gespannt. Wie wird sich Hans Grugger 57 Tage nach seinem schrecklichen Sturz, bei dem er ein Schädelhirntrauma sowie  Halswirbel- und Rippenbrüche erlitten hat,  präsentieren? Um 10.32 Uhr erscheint der Skirennläufer in Sportjacke und grauer Jogginghose. Die Narbe am Kopf ist von einer Kappe verdeckt. Gemeinsam mit seinem Arzt Professor Leopold Saltuari tritt er vor die Journalisten. Er wirkt angespannt und nervös, ist ein wenig wackelig auf den Beinen. Das Gesicht ist durch die Aufregung gerötet. Doch er macht einen selbstbewussten Eindruck.

Erinnerungslücken
Gruggers erstes Statement: „Mir geht es gut! Das Gehen und die normalen Dinge funktionieren schon wieder recht gut.“ Alle staunen, wie gut er schon wieder drauf ist. Grugger: „Nach außen hin habe ich alles im Griff. Es kann aber passieren, dass ich vielleicht in zehn Minuten nicht mehr weiß, was ich zu euch gesagt habe.“ Saltuari: „Das ist typisch für so ein schweres Schädelhirntrauma.“ Dann spricht Grugger über die Erinnerung im Zusammenhang mit seinem Sturz: „Die hört in Wengen (vor der Abreise nach Kitzbühel, d. Red.) auf und ist erst nach Wochen im Krankenhaus wieder zurück gekommen.“

Sturz im TV gesehen
Ja, seinen Kitzbühel-Sturz hat er schon im TV gesehen: „Aber da war ich noch sehr verwirrt und kann mich nicht mehr daran erinnern. Mental will ich mich damit noch nicht auseinandersetzen.“ Motorisch hat er noch Probleme: „Der rechte Fuß hinkt noch ein bisschen hinterher.“ Doch er wird wieder ganz gesund, versichert der Arzt. Sogar Skifahren ist bereits ein Thema – Grugger versprach dem Hochzirl-Team einen gemeinsamen Ausflug. „Aber das Rennfahren ist dann doch was anderes, darüber mache ich mir vielleicht später Gedanken.“

Grugger freut sich auf's eigene Bett
Nach knapp 15 Minuten ist die Pressekonferenz vorbei. Ingrid Rumpfhuber taucht auf und begleitet ihren Helden zum Auto. Worauf sich Grugger freut? „Aufs eigene Bett und dass ich bei meiner Freundin schlafen darf. Und aufs Essen von der Mama.“


Hans Grugger im ÖSTERREICH-Interview


An was erinnern Sie sich im Zusammenhang mit dem Sturz?

Zum Glück an gar nichts. Das letzte, an das ich mich erinnere, ist, dass wir mit dem Hubschrauber aus Wengen rausgeflogen sind (fünf Tage vor dem Sturz, d. Red.). Dann weiß ich erst wieder, dass ich im Krankenhaus in Innsbruck war, und dass meine Freundin da war. Ich dachte mir, ich wäre schon wieder so fit, dass ich aufstehen kann. Ich wollte nur weg. Aber da haben mich die Ärzte natürlich gebremst.

Werden Sie sich Ihren Sturz noch einmal im TV ansehen?


Ja, ich glaube, dass ich das brauche, um zu verstehen, was genau passiert ist. Das kann aber noch länger dauern.

 Worauf freuen Sie sich?

Aufs Nach-Hause-Kommen, auf Gastein, aufs eigene Bett. Ich freue mich, bei meiner Freundin schlafen zu können und aufs Essen der Mama.

Wie wichtig war Ihnen Ihre Freundin im Krankenhaus?


Die Ingrid hat mir unglaublich viel geholfen, sie hat mich tagtäglich betreut. Auch in der Zeit, in der ich noch nicht ganz da war, hat sie mir gut zugeredet.

Wissen Sie, wie der Abfahrtsweltcup ausging?

Ja natürlich – und mir wäre lieber gewesen, wenn der Walchi gewonnen hätte. Ich habe die letzten Rennen im Fernsehen verfolgt. Das erste, an das ich mich erinnern kann, war der WM-Slalom.