Hermann Maier boykottiert Olympia

Auch Hirscher übt Kritik

Hermann Maier boykottiert Olympia

Herminator verzichtet auf Besuch in Sotschi, gibt politisches Statement ab.

Im Rahmen des Damen-Nachtslaloms in Flachau hat der größte Sohn des Salzburger Skiorts ein klares politisches Signal gegeben: Er wird aufgrund der politischen Situation in Russland die olympisches Spiele in Sotschi nicht besuchen.

Maier: "Es gibt hier politisch einiges zu überdenken. Mit dem Homosexuellengesetz usw. bin ich nicht einverstanden. Dieses Denken ist einfach nicht mehr angebracht. Wir leben in einer Zeit, in der das als normal angesehen werden sollte." Maier geht damit auf die problematische Gesetzeslage in Russland ein, aufgrund der offen zur Schau gestellte Homosexualität, bzw. deren plakative Unterstützung verboten ist. Dieses Gesetz hat in den letzten Monaten für viel Aufregung gesorgt - Maier ist aber einer der ersten heimischen Prominenten, die dazu auch klare Worte finden und auf eine prestigeträchte Reise nach Sotschi verzichten.

Auch Hirscher übt Kritik
Obwohl Marcel erst zum Slalom am Sonntag nach Wengen fliegt, ist seine Kritik am Olympia-Ort Sotschi Thema. Hirscher : „Eigentlich sollte man als Sportler mit einer Freude zu Olympia fahren, dass es besser nicht geht. Aber auch ich mache mir meine Gedanken. Allein schon, dass ich mir Gedanken mache, ist traurig.“

Nach Terroranschlägen und Reisewarnungen hat Hirscher seine Bedenken – nicht um seine eigene Sicherheit: „37.000 Soldaten stehen bereit, das Olympische Dorf ist wahrscheinlich der sicherste Platz der Welt.“

Boykott-Diskussionen sind "schlechter Witz"
Aber: „Wir denken darüber nach, ob Freunde oder Familie mitfliegen sollen. Das sollte bei einem Fest wie Olympia selbstverständlich sein.“ Diskussionen über einen Athleten-Boykott hält Hirscher allerdings für einen „schlechten Witz und einen Wahnsinn“: „Es ist ja fast schon so, dass wir Sportler uns rechtfertigen müssen, dass wir da überhaupt hinfahren. Da müssen sich die Personen Gedanken machen, die die Spiele vergeben. Man hört halt immer sehr viele Aussagen und Gerüchte, wie so eine Vergabe zustande kommt …“

So verrückt es klingt – Marcel freut sich mehr auf Wengen & Kitzbühel: „Die Vorfreude auf die Jänner-Rennen ist viel größer als die Vorfreude auf das größte aller Dinge für einen Sportler überhaupt.“