ÖSV-Damen brachen ohne Schild und Zettel auf

Nach Neuseeland

ÖSV-Damen brachen ohne Schild und Zettel auf

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Üben für WM-Medaillenjagd auf Südhalbkugel - Schilds Zukunft weiter offen.

Den heimatlichen Sommer mit dem Winter auf der Südhalbkugel tauschen Österreichs alpine Ski-Asse. Den Anfang machen die Technik-Damen, die am Montag ohne Marlies Schild und Kathrin Zettel nach Neuseeland aufbrechen. Zettel hat Trainings-Rückstand, bei Schild ist die Karriere-Fortsetzung noch immer offen. Die übrigen Teams fliegen nach Südamerika, um sich dort auf die WM-Saison vorzubereiten.

So auch Marcel Hirscher. Während seine von Olympiasieger Mario Matt angeführten Slalom-Kollegen wieder in Europa bleiben, düst der Salzburger am 22. August für zwei Wochen nach Ushuaia in Argentinien. Für Österreichs Ski-Superstar ist es quasi ein Kaltstart, denn der dreifache Weltcup-Gesamtsieger ist seit seinem Heliski-Trip im April in Kanada und damit vier Monaten nicht mehr auf Ski gestanden.

"Wir haben beschlossen, gleich direkt in Südamerika anzugasen", erklärte Coach Mike Pircher Hirschers lange "Sommerpause". Hirscher hat die Zeit genutzt, um Kondition zu tanken und die Batterien aufzuladen. Als Abwechslung hat sich der leidenschaftliche Motocrosser auch im Speedway versucht. "Er soll hungrig sein aufs Skifahren", so Pircher zur langen Schneepause.

Auf intensivere südamerikanische Speed-Einheiten wie im Vorjahr verzichtet Technikspezialist Hirscher diesmal aber, er absolviert seine Super-G-Einheiten nicht mit den ÖSV-Abfahrern, die am 15. August nach Chile (Portillo bzw. Valle Nevado) fliegen. Die geplanten Speed-Einsätze des Slalom-Weltmeisters von 2013 orientieren sich an der Vorsaison. Also wohl Beaver Creek (Super-G), Kitzbühel (Super-Kombi) sowie ein eventueller Superkombi-Start bei der WM in Vail/Beaver Creek. Auch beim Finale will Hirscher im Fall des Falles im Speed gerüstet sein.

Damen-Chef Jürgen Kriechbaum saß schon Sonntag im Flieger nach Neuseeland, wo in Wanaka auf der Südinsel und bis 10. September trainiert wird. In Neuseeland liegt diesmal mehr Schnee als im Vorjahr, auch die Europacup-Damen sind wieder mit von der Partie. Die Durchmischung soll den Aufstieg erleichtern, mit Christina Ager und Rosina Schneeberger sind diesmal zwei Nachwuchsläuferinnen bereits mit der Weltcupmannschaft mit dabei.

Während Zettel nach ihrer Hüft-Arthroskopie in der Heimat ihren Saison-Aufbau betreibt, ist Schilds Zukunft nach wie vor offen. Lebensgefährte Benjamin Raich hat sein Weitermachen bereits geoutet, die 33-jährige Slalom-Rekordsiegerin aus Salzburg wartet offenbar noch zu. Mit einer Entscheidung ist Ende August zu rechnen.

Die "Sommer-Schneekurse" im Winter der südlichen Hemisphäre stehen auch unter den Vorzeichen, dass es ein Jahr nach Olympia in Sotschi im kommenden Februar in Vail/Beaver Creek um WM-Medaillen geht. Etwas, was nach dem nicht zwingend erwarteten Weltcup-Gesamtsieg auch bei Anna Fenninger zum Fokus wird. Die Super-G-Olympiasiegerin geht auch bei der WM in Colorado auf Medaillenjagd und sollte auch nach dem Rücktritt der Deutschen Maria Höfl-Riesch in den kommenden Jahren Österreichs stärkster Beitrag im Kampf um die Weltcup-Kristallkugel sein.

Mit Lindsey Vonn als möglicher Hauptgegnerin, denn die vierfache Weltcup-Gesamtsiegerin aus den USA will nach ihren beiden Kreuzbandrissen stärker denn je zurückkommen und sich zur erfolgreichsten Skirennläuferin aller Zeiten machen. "Anna wird weiter reifen und mit Drucksituationen noch besser umgehen können", hofft Kriechbaum. Ein Duell mit Vonn ist für den Cheftrainer aber zu kurz gegriffen. "Eine Tina Weirather oder eine Lara Gut werden sich weiter festigen", ist der Damenchef überzeugt. Und Tina Maze habe nach ihrem "Absturz" im Weltcup mit Doppelgold in Sotschi gezeigt, dass sie nach wie vor eine der besten Welt sei.

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