Olympiasieger Ammann siegt in Zakopane

Skispringen

Olympiasieger Ammann siegt in Zakopane

Die Österreicher Morgenstern und Kofler belegten die Plätze zwei und vier.

Simon Ammann hat sich am Samstag beim Weltcup-Skispringen in Zakopane an der Spitze zurückgemeldet. Der Dominator der vergangenen Saison feierte in Polen seinen zweiten Erfolg im WM-Winter und ließ dabei den zweitplatzierten Weltcup-Spitzenreiter Thomas Morgenstern um 7,4 Punkte hinter sich. Der Kärntner baute seine Führung auf 445 Punkte aus, zehn Bewerbe stehen noch auf dem Programm.

Konkurrenz klar ausgestochen
Ammann, der zuletzt im Tournee-Bewerb in Garmisch-Partenkirchen erfolgreich gewesen war, stach die Konkurrenten klar aus. Nach Bestweite im ersten Durchgang (135,5 m) flog er im Finale mit 129,0 Metern zum insgesamt 19. Erfolg. "Simon ist wieder auf dem Weg zu seinen ganz großen Taten", freute sich der Schweizer Cheftrainer Martin Künzle.

Morgi: Gute Sprünge bei schwierigen Bedingungen
Morgenstern, der sich im Finale um einen Platz verbesserte, brauchte sich nichts vorzuwerfen. Er hatte zweimal schwierige Bedingungen, die Qualität der Sprünge (131,5/125,5) war jedoch hoch. "Ich habe heute besser in den Wettkampf gefunden", sagte der Vortags-Fünfte, der in Zakopane noch nie gewonnen hat. "Natürlich wäre es ein Traum, einmal in Zakopane ganz oben auf dem Stockerl zu stehen. Die Stimmung war wieder sensationell."

Kofler springt auf Rang 4
Andreas Kofler (132,0/128,0) landete an der vierten Stelle, er verpasste das Podest nach seinem zweiten Vortagesrang um 2,7 Punkte. Den dritten Rang schnappte sich Bischofshofen-Sieger Tom Hilde. Der Norweger verbesserte sich dank Bestmarke im Finale (130,0) um drei Ränge.

Schlieri auf Platz 9
Von den Top 3 ist Gregor Schlierenzauer noch etwas entfernt. Der 21-Jährige klassierte sich als Neunter und dritter Österreicher in den Top Ten, sein zweiter Sprung - bei Rückenwind - auf 125,5 Meter zeugte aber von einer weiteren Steigerung und verhalf ihm zu einer Verbesserung um drei Plätze.

Lokalmatador Adam Malysz, der am Vortag mit seinem Sieg rund 40.000 Fans in Feierstimmung versetzt hatte, belegte den sechsten Rang (133,5/125,0).
 

Endergebnis

Zakopane (POL), HS 134
1. Simon Ammann (49) SUI 276.3  
2. Thomas Morgenstern (51) AUT 268.9  
3. Tom Hilde (46) NOR 267.1  
4. Andreas Kofler (50) AUT 264.4  
5. Björn Einar Romören (34) NOR 263.0  
6. Adam Malysz (48) POL 262.3  
7. Kamil Stoch (36) POL 257.6  
8. Johan Remen Evensen (41) NOR 256.5  
9. Gregor Schlierenzauer (33) AUT 252.1  
10. Michael Uhrmann (31) GER 247.7  
11. Peter Prevc (28) SLO 246.9  
12. Anders Bardal (37) NOR 245.5  
13. Matti Hautamäki (47) FIN 240.8  
14. Michael Neumayer (35) GER 239.7  
15. Severin Freund (45) GER 238.8  
16. Wolfgang Loitzl (42) AUT 234.0  
17. Manuel Fettner (43) AUT 233.5  
18. Pascal Bodmer (25) GER 232.0  
19. Ole Marius Ingvaldsen (23) NOR 225.6  
19. Roman Koudelka (39) CZE 225.6  
21. Martin Schmitt (24) GER 224.4  
22. Emmanuel Chedal (26) FRA 223.9  
23. Martin Koch (44) AUT 219.8  
24. Daiki Ito (40) JPN 217.7  
25. Anssi Koivuranta (20) FIN 216.7  
25. Noriaki Kasai (27) JPN 216.7  
27. Sebastian Colloredo (12) ITA 213.0  
28. Stephan Hocke (29) GER 207.9  
29. Pavel Karelin (38) RUS 199.8  
30. Borek Sedlak (16) CZE 196.7  


Freitag, später Nachmittag: Ganz Sport-Polen liegt im Freudentaumel. Adam Malysz , der polnische Überflieger, hat nach fast 4 Jahren endlich wieder ein Skispringen gewonnen. Und das vor dem eigenen, völlig euphorisierten Publikum.

50.000 Fans schrien, jubelten und kreischten, als sich der Halbzeitführende im zweiten Durchgang zum erlösenden Comeback-Sieg zitterte. 128,5 m nach einem Fehler beim Absprung, klar der Kürzeste der Spitzengruppe, aber dank des großen Vorsprungs aus dem ersten Durchgang reichte es für Malysz schließlich doch zum Sieg.

Österreicher heiß
Heute will die Konkurrenz zurückschlagen, vor allem die Österreicher. Andreas Kofler hat nach seinem zweiten Platz Lunte gerochen und will heute das oberste Stockerl erobern. Genauso heiß ist aber auch Weltcup-Leader Thomas Morgenstern, der gestern als Fünfter erst zum dritten Mal in dieser Saison nicht am Stockerl stand. Und dann gibt es da auch noch Gregor Schlierenzauer, der als Sechster sein zweitbestes Saisonergebnis ablieferte und offenbar immer besser in Form kommt.

Aufpassen auf Freund
Einen gefährlichen Außenseiter gibt es aber auch aus Deutschland: Severin Freund bewies gestern, dass sein Sieg in Japan keine Eintagsfliege war. Mit Platz 3 flog der Deutsche abermals mitten in die Weltspitze.