Nach Horror-Crash

ÖSV-Ass Dürager erfolgreich operiert

ÖSV-Jungstar wurde stundenlang transportiert, Verband verärgert.

Der Salzburger Ski-Rennläufer Markus Dürager hat sich bei seinem Sturz in der Abfahrt von Lake Louise nach neuesten Informationen einen Schien- und Wadenbeinbruch im linken Bein zugezogen. Wie bereits zuvor angenommen wurde, ist zusätzlich das linke Handgelenk gebrochen.

+++ Dürager schockt mit Horror-Sturz +++

Dürager war am Samstag mit dem Helikopter zu Tal geflogen und nach der Untersuchung im Medical Center via Banff nach Calgary gefahren worden. Die Operation im Foothills Medical Center von Calgary verlief laut den behandelnden Ärzte komplikationslos. Der Eingriff am ebenfalls gebrochenen Handgelenk des Salzburgers erfolgt erst nach der Rückreise in die Heimat.

Fünfstündiger Transport
Vonseiten des ÖSV gab es noch am Samstag Kritik an den Veranstaltern, weil der Transport von Dürager ins Krankenhaus von Banff und dann weiter nach Calgary sehr lange gedauert habe. Zumindest fünf Stunden habe es gedauert, hieß es. Abfahrtschef Florian Winkler regte an, dieses seit Jahren in Lake Louise befolgte Protokoll doch endlich zu ändern, um mögliche Folgeschäden zu vermeiden.

"Es kann nicht sein, dass es stundenlang dauert, bis der Bursche mit einem offenbar doch recht komplizierten Unterschenkelbruch stundenlang herum gefahren wird", kritisierte Winkler das Prozedere in Kanada. Winkler erinnerte an Fälle wie jenen des Österreichers Matthias Lanzinger, der im März 2008 in Norwegen nach einem im Rennen erlittenen Unterschenkelbruch wegen einer missglückten Behandlung einen Unterschenkel verloren hatte.

ÖSV-Coach fordert Änderungen
In Kanada gibt es die Diskussion über die Art der Versorgung von nicht lebensgefährlich verletzten Skirennfahrern schon seit langem. 2009 etwa waren die schwer verletzten Thomas Lanning und John Kucera ähnlich umständlich und langwierig herumkutschiert worden. Auch damals hatte es viel Kritik gegeben.

"Ich verstehe nicht, warum man nicht endlich reagieren und lernen will", kritisierte Winkler. "Das ist so, wie wenn man bei uns daheim einen gestürzten Läufer von Seefeld nach Innsbruck und von dort nach Salzburg bringt, statt ihn direkt in die Klinik zu fliegen. Wir sind alle dafür, dass sich da endlich etwas ändern sollte am System. Regeln hin oder her, man weiß, was bei so etwas passieren könnte", warnte der Coach.