Ein Mann, fünf Ringe, ein Ziel: Superkombi-Gold

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Raich bereit für erste Super-Kombi bei Olympia

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Mit vier Läufern wird Österreich in der alpinen Ski-Super-Kombination am Dienstag in Whistler Creekside am Start sein, Benjamin Raich darf mit einer Medaille spekulieren, Romed Baumann hat Außenseiterchancen. Wer allerdings die weiteren zwei ÖSV-Athleten sind, wird erst nach der Olympia-Abfahrt am Montag entschieden, voraussichtlich werden es Hannes Reichelt und Romed Baumann sein.

In Val d'Isere hat Raich in diesem Winter bereits eine Super-Kombination gewonnen, jedoch wurde als erster Teilbewerb ein Super-G ausgetragen, in Whistler ist es eine Abfahrt. Der Tiroler steht auch bereits als Gewinner der kleinen Kristallkugel fest. Vor acht Jahren gewann Raich in Salt Lake City in der Kombination die Bronzemedaille. Und auch die Erinnerungen an Turin 2006 sind nicht schlecht, auch wenn der Österreicher im finalen Slalomlauf ausgeschieden war.

"Damals hat es mit einem Lauf ganz gut ausgeschaut", blickte Raich zurück. Vor vier Jahren wurde noch klassisch kombiniert und Raich hatte nach Abfahrt und ersten Slalomdurchgang geführt. Das Zwischenresultat von vor vier Jahren wäre am Dienstag also das Wunsch- und Traumergebnis, denn heuer feiert die Super-Kombi mit nur noch einem Slalomlauf olympische Premiere. "Die Chancen sind da. Ich muss in beiden Disziplinen gut fahren, sonst habe ich keine Chance. Es wäre schon ein Riesenziel von mir, weil es in der Superkombi zum Gewinnen einen kompletten Skifahrer braucht. Es wäre eine große Ehre, ganz oben zu stehen", sagte Raich.

Viel wird davon abhängen, wieviel Raich in der Abfahrt auf seine größten Konkurrenten verliert. Also auf den Kroaten Ivica Kostelic (Sieger in Kitzbühel), die Schweizer Carlo Janka (Sieger in Beaver Creek), den US-Amerikaner Bode Miller (Sieger in Wengen), aber auch den Norweger Aksel Lund Svindal, der vor einem Jahr in Val d'Isere Weltmeister wurde. Im Slalom hat Raich zuletzt starke Leistungen geliefert, und in der Abfahrt denkt er, sich gegenüber dem Training noch steigern zu können. "Ein bisserl was kann ich schon aufholen. Es kommt immer darauf an, wer ganz vorne ist. Kostelic ist einer der Top-Favoriten."

Mit den Rängen fünf, drei und neun hat auch Baumann eine gute Kombi-Saison hinter sich, er will sich auf seine skifahrerische Leistung konzentrieren. "Wenn ich zeige, was ich draufhabe und Fünfter werde, dann ist nicht mehr drinnen gewesen. Wenn ich Fünfter werde und nicht alles gegeben habe, dann wäre ich enttäuscht", meinte der Olympia-Debütant.

Sein Ziel sei es gewesen, in Whistler in mindestens zwei Disziplinen dabei zu sein, und das habe er jetzt einmal geschafft. "Aber ich möchte nicht nur dabei sein, sondern vielleicht auch um eine Medaille mitfahren. Ich glaube, ich habe ganz gute Chancen", rechnet sich der 24-jährige aus. Vor der Abreise nach Kanada habe er zwar das Hauptaugenmerk auf den Riesentorlauf gelegt, aber in Whistler bereits zwei gute Slalom-Trainingstage absolviert.

Unbedingt ins Team und zeigen, was er drauf hat, möchte Hannes Reichelt. Sowohl im Super-G als auch dem Riesentorlauf ist er aktuell nur Ersatzmann. "Die Kombi ist für mich die Chance, dass ich mich für die nächsten Disziplinen empfehle, den Trainern zeige, dass mir der Hang liegt. Dass ich schnell sein und in den nächsten zwei Disziplinen um eine Medaille mitfahren kann." Reichelt hatte vor zwei Jahren bei der Olympia-Generalprobe den Riesentorlauf gewonnen und war im Super-G Zweiter geworden.

Für seine Slalomkünste ist der Salzburger nicht gerade bekannt, aber ein paar Trainingstage sind sich doch ausgegangen. "Für eine geniale Slalomleistung ist es noch zu wenig, ich muss mir natürlich in der Abfahrt einen Bonus raushauen", sagte Reichelt, der im ersten, abgebrochenen Abfahrtstraining nicht mehr zum Zug gekommen war und im zweiten mit 2,13 Sekunden Rückstand den 35. Platz belegt hatte. "Noch ein Training wäre super gewesen, aber ich bin ja ein Super-G-Läufer. Ich kann das, noch einmal gescheit besichtigen und dann ans Limit gehen."

Wie die Jungfrau zum Kind würde Speed-Spezialist Georg Streitberger zu einem Start in der Kombination kommen. "Damit habe ich nicht gerechnet. Wenn sie mich nominieren, würde ich schon fahren. Aber dann zählt mehr der olympische Gedanke als die Medaillenchance." Aber zumindest wäre es ein Tag mehr auf der Piste, auf der auch der Super-G gefahren wird, und das kann ja nicht schaden.

Kein Thema für die Kombi waren Marcel Hirscher, der immerhin Zweiter in Val d'Isere geworden war, und Mario Matt. Hirscher trainiert kaum Abfahrt, er konzentriert sich bei seinen ersten Olympischen Spielen auf Riesentorlauf und Slalom. Der zweifache Ex-Weltmeister Matt ist nur Ersatzmann für den Slalom und ebenfalls noch nicht in Kanada. Der Flirscher gewann immerhin neben elf Weltcup-Slaloms auch bereits eine Kombination in seiner Karriere - 2007 auf dem Lauberhorn in Wengen.

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