Mit 48 Punkten Rückstand ging Lucas Pinheiro Braathen in den Kampf um die Riesentorlauf-Kristallkugel, gegen den unwiderstehlichen Marco Odermatt eine Mammut-Aufgabe. Am Ende standen sensationell die Kugel und auch der Tagessieg.
Der Schweizer Dominator musste dem Kristall schon im ersten Durchgang "Uf Widerluege" sagen, nachdem er auf dem Innenski ausgerutscht und damit ausgeschieden war. Stefan Brennsteiner, nach dem ersten Durchgang noch Zweiter, verpatzte seine zweite Fahrt am Ende und verpasste das Podest nur um eine Hundertstel (+0,88) enorm knapp.
Zweiter wurde Loic Meillard (+0,58), der damit die Chance auf die Kristallkugel verpasste, weil Braathen im Saison-Finale von Hafjell vor ihm landete. Dritter wurde Atle Lie McGrath (+0,87), ein Motivations-Boost vor seinem Kampf um die Slalom-Kugel am Mittwoch.
Die weiteren Österreicher Joshua Sturm (+1,88) als Siebenter, Marco Schwarz als Neunter (+1,96) und Patrick Feurstein (+6,84) als Letzter waren mit ihren Leistungen auch nicht zufrieden.
Braathen: "Marco ist unschlagbar"
"Das tut heute schon weh, aber das ist Spitzensport. Vor allem, dass ich unten so in die Garage fahre, aber ich kann es nicht mehr ändern. Ja natürlich, es ist die beste Riesentorlauf-Saison. Der letzte Lauf ist nicht zufriedenstellend, aber vielleicht in ein paar Tagen dann", gab sich Brennsteiner zerknirscht. Dennoch gratulierte er Braathen: "Die Kugel gewinnt man nicht einfach so, das gewinnt schon der, der es verdient - also Gratulation."
"Die Kugel nur mit etwas Glück zu gewinnen, würde sich auch nicht richtig anfühlen", meinte Odermatt nach seinem Ausfall. Es wird ihn daher beinahe freuen, dass der Brasilianer nichts mehr anbrennen ließ. Wer sich mit drei Kristallkugeln (Gesamt, Abfahrt, Super-G) trösten kann, der hat wohl andere Sorgen. Braathen war ohne Worte, probierte es aber so: "Es ist überwältigend. Ich wusste, ich kann mit zwei oder null Kugeln rauskommen, jetzt habe ich eine. Ich hoffe, ich kann Kinder da draußen damit motivieren."
Im ORF meinte er noch: "Es ist unglaublich. Die Riesentorlauf Kugel ist für mich besonders speziell. Marco ist unschlagbar, er ist so schnell, so stabil. RTL ist die Basis im Skifahren und dass ich hier stehe, ist unglaublich."
Sein allerletztes Rennen fuhr Alexis Pinturault, der seine Karriere beendet und mit Champagner-Dusche im Zielhang empfangen wurde. Viel Tamtam machte der 35-Jährige aber nicht, er bedankte sich beim Publikum und machte ohne weitere Verzögerung mit GOAT-Trophäe (Greatest Of All Time: der Beste aller Zeiten) in der Hand Platz für die nächsten Fahrer. Au revoir!