Der Ton wird rauer im österreichischen Ski-Lager: Otmar Striedinger spart derzeit nicht mit Kritik – und die richtet sich klar gegen den ÖSV.
Der Kärntner Speedfahrer zeigt sich vor allem von der internen Kommunikation enttäuscht. Dass mögliche Kaderentscheidungen zuerst über Medienberichte an ihn herangetragen wurden, bezeichnet der 35-Jährige als inakzeptabel. „So etwas darf einfach nicht passieren“, lässt sich seine Haltung zusammenfassen.
»Das ist respektlos«
Dabei ist sich der 35-Jährige durchaus bewusst, dass auch sportlich nicht alles gepasst hat. Die abgelaufene Saison verlief enttäuschend, Punkte blieben aus. Striedinger redet nichts schön: „Die Saison war schlecht, das muss man so sagen. Ich bin selbst mein größter Kritiker.“ Doch für ihn steht fest, dass sportliche Rückschläge kein Grund sein dürfen, den persönlichen Austausch auf ein Minimum zu reduzieren.
Seitenhieb gegen Pfeifer
"Ich bin seit 16 Jahren im Verband, Max sogar noch länger. Mit mir hat niemand gesprochen. Ob das fehlende Professionalität ist, weiß ich nicht aber es ist respektlos", so der Villacher. Der letzte Kontakt mit der sportlichen Führung – rund um Cheftrainer Marko Pfeifer – liegt Wochen zurück. Seitdem herrscht Funkstille, obwohl eine zeitnahe Rückmeldung angekündigt worden war. Für Striedinger ein weiteres Zeichen mangelnder Wertschätzung.
Neben der Kommunikationskritik verteilt er auch einen sportpolitischen Seitenhieb: Pfeifer hätte sich seiner Meinung nach intensiver mit dem FIS-Regelwerk beschäftigen sollen – eine Anspielung auf den Regelvorfall rund um Marco Schwarz bei Olympia 2026. Zur Erinnerung: In Cortina wurde Marco Schwarz durch einen administrativen Fehler ausgebremst. Der Verband hatte übersehen, dass Schwarz nach seinem Kreuzbandriss 2023 nicht ausreichend Weltcup-Abfahrten absolviert hatte und daher für die Olympia-Abfahrt nicht startberechtigt war – wodurch ihm sogar wichtige Trainingsläufe verwehrt blieben.
Wie es für Striedinger weitergeht, bleibt offen. Der Routinier hält sich alle Möglichkeiten offen – ein Verbleib im Verband ist ebenso denkbar wie ein anderer Weg. Klar ist nur: Die nächsten Tage könnten richtungsweisend werden, denn laut Verband sollen die betroffenen Athleten bald über ihre Zukunft informiert werden.