Fenninger holt Bronze, "Blech" für Zettel

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Fenninger holt Bronze, "Blech" für Zettel

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Fenninger holt vierte Medaille für ÖSV-Team.

Anna Fenninger hat bei der Ski-WM in Schladming für die vierte ÖSV-Medaille gesorgt. Die Salzburgerin wurde am Donnerstag zum Auftakt der abschließenden Technik-Bewerbe 1,18 Sekunden hinter der überlegenen Weltmeisterin Tessa Worley aus Frankreich aber nur sechs Hundertstel hinter Titelverteidigerin Tina Maze (SLO) Dritte im Riesentorlauf und holte die dritte Bronzemedaille für Österreich. Pechvogel des Tages war die Halbzeit-Zweite Kathrin Zettel als Vierte.

Französin eine Klasse für sich
Worley hingegen brachte Frankreich mit dem zweiten Gold im Medaillenspiegel wieder in Führung. Die nur 1,58 m große Doppelstaatsbürgerin war die überragende Läuferin des Tages. Die 23-Jährige fräste vor 21.500 Zuschauern im einzigen Frauenbewerb auf dem Herrenhang zweimal Laufbestzeit in den eisigen Planai-Hang. Worley holte damit 20 Jahre nach Carole Merle wieder RTL-Gold nach Frankreich, das mit 18 WM-Medaillen in dieser Disziplin damit weiter mit Österreich gleichauf liegt. Der Riesentorlauf ist die einzige Disziplin, in der die ÖSV-Damen nicht alleine voranliegen. Die unter Muskelschmerzen leidende Maze hat trotz ihres "schlechtesten ersten Laufs jemals" nun wie Maria Höfl-Riesch bereits drei Schladming-Medaillen.

Harter Arbeitstag für Serviceleute
Ein Monsterfeld von 139 Damen hatte sich für den Riesentorlauf am Valentinstag 2013 angemeldet. Eine Vor-Qualifikation wie bei den Herren war vor dem achten von elf WM-Bewerben aber nicht mehr möglich. Überrascht wurden wie schon in Rennen davor auch einige Serviceleute, denn einige Topfahrerinnen waren auf dem oben sehr flüssig gesetzten Kurs mit zu aggressivem Set-Up unterwegs.    Die Folge waren relativ große Zeitabstände und ein weit auseinandergezogenes Feld nach Lauf eins. Zettel und Fenninger lagen zwar ebenfalls schon 0,52 bzw. 0,85 Sekunden hinter Worley, aber zunächst mit einiger "Luft nach hinten" auf den Halbzeit-Medaillenplätzen. Maze hatte als Vierte schon 1,09, die nach einem heftigen Trainingssturz mit großen Schmerzen fahrende Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg schon 2,07 Rückstand.

 Fenninger muss zittern

"Qualifikantin" Michaela Kirchgasser schied schon im ersten Durchgang aus, Elisabeth Görgl war mit falschem Setup schon nach Lauf eins chancenlos und wurde am Ende nur 23. Viel stärker fuhr Slalom-Ass Mikaela Shiffrin, die erst 17-jährige Amerikanerin überraschte als Gesamt-Sechste. ÖSV-Trainer Obkircher baute als Kurssetzer des zweiten Durchgangs dann zwei Züge mehr ein, Glück brachte das aber nur Fenninger. Dabei haderte die Salzburgerin nach ihren drei vorangegangenen WM-Enttäuschungen zunächst auch diesmal, als sie im Finale sechs Hundertstel hinter der vor allem im steilen Finish überragenden Maze geblieben war. Österreich hatte damit zwar eine Medaille sicher. Die Frage war nur, durch wen.

Zettel hofft auf Slalom
Es war Fenninger. Während der Salzburgerin auch im Finale die drittbeste Laufzeit gelang, wurde Zettel nach nur 16.-bester Zeit auf den undankbaren vierten Rang zurückgeworfen. "Natürlich ist das der undankbarste Platz. Aber Weinen hilft nix, ich habe ja noch eine Chance", sagte Zettel, die schon als Kombi-Fünfte knapp an einer Medaille dran gewesen war. "Ich habe keinen guten zweiten Lauf erwischt. Vor allem unten bin ich zu weite Wege gefahren."

"Habe schon nicht mehr dran geglaubt"
Fenninger benötigte eine Weile, um ihrer Freude Lauf zu lassen. Zu groß war die Last auf der von den heimischen Erwartungen fast erdrückten Salzburgerin gelegen. Die vierte und letzte Chance nahm sie aber wahr. "Dabei habe ich wegen des ganzen Drumherum schon nicht mehr dran geglaubt", gestand die vor jedem Rennen zur Mitfavoritin gestempelte Adneterin. Die 23-Jährige hatte deshalb bei einem kurzen Heimurlaub den "Reset-Knopf" gedrückt. "Ich habe mich wieder auf das Wichtige konzentriert, nämlich das Skifahren. Das war die Lösung. Ich hatte wieder ein gutes Gefühl wie bei einem normalen Weltcuprennen", atmete Fenninger auf. "Mein ganzes Umfeld hat verdient, dass wir jetzt endlich feiern."

Worley war nach ihrer Machtdemonstration im siebenten Himmel. "Da ist ein Traum wahrgeworden. Ich wusste, dass mir dieser schwierige Hang liegt", jubelte die kleine Französin, die das bereits zweite Gold für die wiedererstarkte "Grande Nation" eroberte. "Ich bin sehr stolz auf meine Teamkollegen. Wir haben eine große Stimmung hier. In Österreich zu gewinnen ist großartig."
 

Endstand

1. Tessa Worley (1) FRA 02:08.06
2. Tina Maze (3) SLO +01.12
3. Anna Fenninger (2) AUT +01.18
4. Kathrin Zettel (4) AUT +01.54
5. Frida Hansdotter (8) SWE +02.28
6. Mikaela Shiffrin (16) USA +02.30
7. Lara Gut (13) SUI +02.38
8. Marie-Michele Gagnon (18) CAN +02.63
9. Maria Höfl-Riesch (15) GER +03.02
10. Ana Drev (20) SLO +03.15

So jubelt Anna Fenninger über Bronze

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Die Meinungen zum Riesentorlauf der Damen

Tessa Worley (FRA/Weltmeisterin): "Es ist ein großartiges, unglaubliches Gefühl, WM-Gold gewonnen zu haben. Es war ein sehr schwieriges Rennen, denn ich musste mich nur auf mich konzentrieren, durfte nicht überlegen, was heute passieren könnte. Ich bevorzuge so schwierige Hänge wie hier, habe also gewusst, dass diese Piste mir liegt. Ich durfte aber trotzdem nicht zu viel pushen, das ist mir gelungen. Wir haben eine großartige Stimmung in unserem Team - und jetzt bin ich Teil dieser großen Party. In Schladming zu gewinnen ist großartig, die Fans und die Piste sind sensationell, ich liebe es!"

Tina Maze (SLO/WM-Zweite): "Im ersten Lauf habe ich die Linie gar nicht getroffen. Ich hatte noch nie so einen schlechten Lauf in dieser Saison und mir gedacht, die Muskeln arbeiten nicht so, wie ich es wollte. Ich hatte auch ein wenig Schmerzen. Deshalb habe ich dann alles probiert, gekämpft und einen guten zweiten Lauf gemacht. Diese Medaille zählt für mich mehr als alles andere."

Anna Fenninger (AUT/WM-Dritte): "Die Genugtuung ist jetzt sehr groß. Es war eine extrem schwierige WM für mich. Irgendwie habe ich nicht mehr an die Medaille geglaubt. Ich habe heute Spaß gehabt am Skifahren, das war die Lösung. Die zwei Tage zu Hause haben mir gut getan, da habe ich entspannen können. Ich hatte schon vor dem Start ein gutes Gefühl, habe mir vorgestellt, dass es ein ganz normales Weltcup-Rennen ist, denn da hat es auch immer geklappt. Ich habe heute noch einmal alles in die beiden Läufe reingesetzt - und es hat gepasst."

Kathrin Zettel (AUT/WM-Vierte): "Im Endeffekt ist es der undankbarste Platz. Aber ärgern und weinen nützt jetzt eh nichts, ich habe ja noch eine Chance am Samstag im Slalom. Ich habe keinen zweiten guten Lauf erwischt. Es war ein bisschen spurig, ich habe versucht, die Spuren zu treffen, das ist mir nicht ganz gelungen. Im unteren Teil bin ich dann zu weite Wege gefahren."

Elisabeth Görgl (AUT/WM-23.): "Ich habe ein bisschen etwas verändert für den zweiten Lauf, aber es geht überhaupt nicht locker von der Hand, schon die ganze Saison über. Das sieht man am Zeitabstand und auch bei der Linie. Es ist zäh, aber ich muss weiterschauen, damit das alles wieder lockerer wird."

Peter Schröcksnadel (ÖSV-Präsident): "Jetzt haben wir vier Medaillen und vier vierte Plätze. Da kann man wirklich nicht sagen, dass unsere Mannschaft schlecht ist. Ich würde sagen, dass wir mit vier Medaillen jetzt im Plan sind. Die Chancen stehen gut, die angestrebten sechs bis acht Medaillen zu erreichen. Wobei man sagen muss, dass das zu Hause sehr, sehr schwierig ist. Die Technikbewerbe sind momentan unsere große Stärke. In allen weiteren WM-Bewerben haben wir ebenfalls die Chance auf eine Medaille, vielleicht sogar auf zwei."

Zur am Mittwoch konkretisierten Kritik von Hermann Maier meinte Schröcksnadel: "Hermann hat es jetzt so gesagt, wie er es eigentlich gemeint hat. Man darf nicht vergessen, dass wir mit Patrick Ortlieb oder Hannes Trinkl absolute Fachleute in hohen Positionen haben. Hermann kann jederzeit mit mir reden, wir sind immer für Ideen offen. Aber wir denken auch selbst viel nach."

Hans Pum (ÖSV-Sportdirektor): "Das freut mich für die Anna besonders. Man sieht wieder das Strahlen in den Augen. Jetzt ist alles wieder ganz anders. Sie hat gehofft und gekämpft und Gott sei Dank die Medaille gewonnen. Ganz knapp an Silber vorbei. Worley ist heute in einer anderen Liga gefahren. Es war ein sehr schwieriges Rennen, aber trotzdem sind wir ganz vorne dabei. Mir wäre lieber statt den vierten Plätzen Medaillen, aber es ist so. Auf jeden Fall war Bronze gut abgesichert."

Herbert Mandl (ÖSV-Damen-Cheftrainer): "Wir sind sehr glücklich, dass wir eine Medaille gemacht haben. Das Feld war heute sehr stark, das Gelände hier ist uns sicher entgegengekommen. Es ist sehr gut, dass sich Anna nach den drei schlechten Rennen wieder gefangen hat. Tessa Worley ist heute in einer eigenen Liga gefahren, sie wäre nicht zu schlagen gewesen. Für Kathrin ist der vierte Platz sehr bitter, sie ist im zweiten Lauf nicht richtig ins Fahren gekommen. Aber sie hat ja noch den Slalom, auf den sie sich vorbereiten und dann Vollgas geben wird."

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