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Frankreich gewinnt Gold bei ÖSV-Blamage

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Die Blamage ist perfekt: ÖSV-Team holt im Teambewerb keine Medaille.

Frankreich hat vor der Slowakei und Schweden bei der Ski-WM in St. Moritz den Nations Team Event gewonnen. Der ohne die "Weltmeister" Michaela Kirchgasser und Philipp Schörghofer angetretene Titelverteidiger Österreich blieb nach einer 1:4-Niederlage in der zweiten Runde gegen Geheimfavorit Schweden erstmals ohne Medaille und wurde nur Fünfter.

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Ein Jahr vor der Olympia-Premiere 2018 in Südkorea machte der bei Weltmeisterschaften seit 2005 im Programm befindliche und spannende "Mixed-Teambewerb" beste Werbung für sich selbst. Bei Postkartenwetter wurde aber auch klar, dass groß gewachsene und schwere Athleten bei diesem K.o.-Parallelslalom mit Riesentorlauf-Kipptoren mittlerweile eindeutige Vorteile haben.

Das bekam auch Hirscher zu spüren. Der zuletzt beim City-Event in Stockholm gleich in Runde ins gescheiterte Österreicher musste schon in Runde eins gegen den krassen Außenseiter Belgien seine allererste NTE-Niederlage überhaupt hinnehmen und verlor sensationell gegen Dries van den Broecke. "VDB" ist nur die Nummer 311 in der Slalom-Startliste.

Schweden wurde zum Sargnagel

Weil Stephanie Brunner, Katharina Truppe und Manuel Feller danach ihre Duelle gewannen, war der Aufstieg ins Viertelfinale aber nie in Gefahr. Gegen Schweden biss man sich dann aber wie befürchtet die Zähne aus. Während sich Hirscher trotz einer Laufzeitsteigerung von über einer Zehntelsekunde auch dem 100 Kilo-"Riesen" Andre Myhrer geschlagen geben musste, gelang nur Brunner dank Zeitgleichheit im Duell mit Maria Pietilä-Holmner ein Punkt.

Truppe scheiterte gegen Frida Hansdotter um nur eine Hundertstelsekunde. "Das war extrem schade", sagte die junge WM-Debütantin aus Kärnten. Nach drei Gold- und zwei Silbermedaillen in den davor fünf NTE-Auflagen blieb die Skination Nummer eins damit erstmals ohne Edelmetall.

Die Schweden scheiterten dann aber nach einem Myhrer-Fehler an Frankreich, besiegten dafür im kleinen Finale Gastgeber Schweiz, der damit ebenfalls leer ausging. Im Finale setzte sich Frankreich mit Tessa Worley, Adeline Baud-Mugnier, Alexis Pinturault und Mathieu Faivre gegen die Slowakei nach einem 2:2 dank besserer Laufzeit durch und holte nach 2011 zum zweiten Mal den Titel in diesem K.o.-Bewerb.

Slowakei sorgte für Sensation

Die erste WM-Medaille für die Slowakei überhaupt hätte dank Veronika Velez-Zuzulova, Petra Vlhva und Co. beinahe gleich auch in Gold geglänzt. "Das war eine tolle Teamleistung. Wenn einer schlecht gefahren ist, hat ihn ein anderer rausgerissen", jubelte Pinturault über die erste französische Medaille in St. Moritz. Auch der Franzose hatte in Runde eins überraschend noch gegen den Russen Pawel Trichischew verloren.

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Österreich war zwar als Rekordgewinner an den Start der sechsten WM-Auflage dieses Mixed-Teambewerbs gegangen, aber nicht als zwingender Favorit. Kirchgasser, die erfolgreichste Starterin bei diesem Bewerb überhaupt, sowie Schörghofer hatten wegen Knieproblemen abgesagt. Hirscher war wenige Tage davor noch krank im Bett gelegen und hatte sein Antreten nach Kombi-Silber erst im letzten Moment bestätigt.

Das war für den Salzburger aber keine Ausrede. "Es wird nur immer schwieriger, sich bei diesem Bewerb durchzusetzen. Die Kurssetzung ist sehr speziell, die Flaggen haben hier besonders gut gehalten. Offenbar sind 1,73 Meter zu wenig, um die Stangen oben zu kippen", erklärte der Gewinner von 20 Weltcup-Slaloms und Slalom-Weltmeister von 2013, warum man mittlerweile für diesen Bewerb eine eigene Technik benötigt.

Hirscher lobt seinen Bezwinger

Die "Doppelfaust-Methode" etwa hatte vor allem Myhrer salonfähig gemacht. "Ich hab's auch probiert, aber gleiche eine auf's Maul bekommen", erzählte Hirscher. "Einer wie Myhrer spürt das wahrscheinlich nicht einmal." Den ebenfalls groß gewachsenen Belgier van den Breocke lobte Hirscher aber ausdrücklich. "Er ist saugut Ski gefahren." Insgesamt sei man natürlich enttäuscht. "Wir hätten gerne mehr raus geholt aus diesem Tag", schloss Hirscher das Abenteuer ab. Ab jetzt gilt seine volle WM-Konzentration dem Riesentorlauf und dem Slalom.

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Als "Duell auf höchstem Niveau" beschrieb ÖSV-Herrenchef Andreas Puelacher die Niederlage gegen Schweden. "Die Laufzeit von Marcel war nicht so schlecht, die Schweden waren einfach um das Quäntchen schneller als wir." Schweden sei für ihn schon vorher der Topfavorit gewesen, betonte Puelacher.

Mit Frankreich setzte sich die als Nummer vier gesetzte Nation durch, während mit Österreich, Italien (beide 5.) und der Schweiz (4.) die drei höchsteingestuften Länder ohne Medaillen blieben. Deutschland, 2005 erster Gewinner überhaupt, wurde ebenso nur 9. wie die USA ohne Mikaela Shiffrin.

Das Ergebnis im Überblick:

1. Frankreich (Adeline Baud Mugnier, Nastasia Noens, Tessa Worley, Mathieu Faivre, Julien Lizeroux, Alexis Pinturault)
2. Slowakei (Tereza Jancova, Veronika Velez Zuzulova, Petra Vlhova, Matej Falat, Adam Zampa, Andreas Zampa)
3. Schweden (Frida Hansdotter, Maria Pietilä-Holmner, Emelie Wikström, Mattias Hargin, Gustav Lundbäck, Andre Myhrer)
4. Schweiz (Wendy Holdener, Melanie Meillard, Camille Rast, Luca Aerni, Reto Schmidiger, Daniel Yule)
5. Österreich (Stephanie Brunner, Ricarda Haaser, Katharina Truppe, Manuel Feller, Marcel Hirscher, Michael Matt), Norwegen, Kanada und Italien
9. Belgien, Slowenien, Tschechien, Russland, Kroatien, USA, Deutschland und Argentinien

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