Analyse: So holte Super-Duo Doppelsieg

Killerlinie & Stahlnerven

Analyse: So holte Super-Duo Doppelsieg

Jubeltag für den ÖSV! So holten Hirscher und Leitinger den Doppelsieg im RTL.

St. Moritz. Gestern, 14.20 Uhr: Marcel Hirscher schwingt im Zielstadion von St. Moritz ab und sieht den Einser auf leuchten. Er ist Weltmeister! Der Stein, der ihm danach vom Herzen fiel, glich eher einem Felsen. RTL-Gold - das fehlte noch in seiner Sammlung. Bedenkt man die Vorgeschichte zu dieser Medaille, zählt diese Medaille wohl zu Hirschers größten Erfolgen.

Nerven aus Stahl - Marcel straft alle Kritiker Lügen
Denn bis gestern verlief die WM für unseren Ski-Hero noch nicht wirklich nach Wunsch. In der Kombi verpasste Marcel Platz eins nur um eine einzige Hundertstel, im Teambewerb flog er sensationell schon im Viertelfinale raus. Hirscher verlor dabei alle seine Duelle und stand im Kreuzfeuer der (Online-)Kritik. "Manche Berichte waren wie ein Tritt in den Hintern", saß der Stachel beim fünfmaligen Gesamtweltcupsieger tief. Doch der "Tritt in den Hintern" schien auch zu bef lügeln: Im ersten Lauf knallte der 27-Jährige mit Startnummer sechs eine Bestzeit in den Schnee, an der sich alle die Zähne ausbissen.

Leitinger mit Killerlinie und vollem Angriff
Auch der zweite Durchgang war fest in rot-weiß-roter Hand: Da war es Roland Leitinger, der den Takt vorgab. Eine echte Killerlinie und Angriff pur katapultierten den 25-Jährige vom sechsten auf den zweiten Platz. Eine echte Sensation: Im Weltcup kam Leitinger bisher nur zweimal in die Top Ten. Beide Male in der letzten Saison.

Souveräner Hirscher hielt als einziger Favorit mit
Von den Besten des ersten Durchgangs hielt nur Hirscher mit Roland mit. Der jetzt fünffache Weltmeister kam nach Henrik Kristoffersen, Matts Olson, Alexis Pinturault und Philipp Schörghofer an die Reihe. Während die Läufer vor ihm allesamt über 45 Hundertstel liegen ließen und das Podest schlussendlich verpassten, bewies Marcel Nerven aus Stahl. Bis zur Hälfte des Rennens konnte er seinen Vorsprung aus dem ersten Lauf (53 Hundertstel) sogar auf 74 Hundertstel ausbauen, schlussendlich rettete er souveräne 26 davon ins Ziel. Der erste österreichische Doppelsieg bei dieser Weltmeisterschaft war damit perfekt.