Tiroler wurde extra für Parallel-Events
Silber als Lohn für Raschner-Projekt
Für Raschner ging am Mittwoch ein "Kindheitstraum" in Erfüllung, freudestrahlend absolvierte er den Interviewmarathon im Zielraum von Méribel. Ein Feierbiest ist der Mann aus Mils - für den 08/15-Skifan wohl bisher ein gänzlich unbeschriebenes Blatt - laut eigenem Bekunden nicht. "Ich bin nicht so der Feierer. Das überlassen wir lieber den Coaches und den anderen. Anstoßen werden wir aber sicher", sagte Raschner nur Minuten, nachdem er im Gold-Duell dem Deutschen Alexander Schmid doch klar unterlegen war. Er habe im Finale entscheidende Fehler gemacht, meinte Raschner. Schmid sei "ein verdienter Sieger, auf jeden Fall."
Sein eigenes Erfolgsrezept für das Kurz-Format im Mann-gegen-Mann-Vergleich konnte oder wollte Raschner nicht preisgeben. "Schwer zu sagen, was ich besser mache. Der kurze Abstand liegt mir einfach, das Schwung auf Schwung fahren. Und mit dem Starten komme ich auch gut zurecht. Gut Skifahren, dann ist man schnell." Das musste im ÖSV-internen Halbfinal-Duell auch Adrian Pertl anerkennen, der letztlich Vierter wurde.
Im Riesentorlauf und im Slalom ist jeweils Weltcup-Platz 16 das bisherige Highlight für Raschner, der 2015 in Madonna di Campiglio auf der höchsten Wettkampfebene debütiert hatte. Für seine spezielle WM-Aufgabe hatte er sich mit einem zweiten Weltcup-Platz in Lech/Zürs vor 15 Monaten empfohlen. Dies offenbar nachdrücklich. Dass im 12-Männer-Kader final wirklich ein Parallel-Spezialist Platz fand, überraschte dennoch. Weniger Marko Pfeifer, der die Superkraft des Athleten immer betont hatte. Am Parallelkurs sei Raschner "der Schnellste" im ÖSV-Team, hatte der Männerchefcoach vor einigen Tagen gemeint. "Das kann er, so einen Einheitsschwung in einem normalen Gelände", erklärte Pfeifer. "Deshalb haben wir ihn dabei."
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