Bereits im Alter von 19 Jahren tauchten Anzeichen auf, dass es Rasmus Windingstad nicht gut geht. Damals lautete die Diagnose Pfeiffersches Drüsenfieber, heute weiß er, es ist eine "bipolare Störung vom Typ 2", wie er im Interview mit NRK verriet.
Diese Erkenntnis kam dem 31-Jährigen, der im Sommer seine Ski-Karriere beendete, aber nicht erst jetzt. Bereits vor zwei Jahren erhielt er die Diagnose und ließ seine norwegischen Teamkameraden daran teilhaben.
"Wir waren für ihn da, und das ist das Wichtigste. Mehr kann man in so einer Situation nicht tun", sagt Aleksander Aamodt Kilde. Nun teilt Windingstad die Diagnose mit der ganzen Welt. "Es ist groß von ihm, das zu tun. Ich glaube, das ist ein wichtiges Vorbild für viele junge Menschen, die mit demselben Problem kämpfen", so Kilde.
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Bei einer bipolaren Störung wechselt der Erkrankte zwischen Manie/Hypomanie (gehobene Stimmung) und Depression (niedergeschlagene Stimmung) und hat oft mit geringer Energie zu kämpfen. Davon berichtet auch der Norweger: "Ich wollte nicht mehr Ski fahren und hatte zu nichts mehr Kraft." Seine gute Laune musste er oft vorspielen.
Windingstad: "Mein Leben ist viel besser geworden"
Dennoch brachte er es auf vier Podestplätze in seiner Karriere, bei immerhin zwei Siegen und Bronze bei den Olympischen Spielen in Peking 2022 mit dem Team. Dennoch hatte er "oft das Gefühl, dass ich das alles überhaupt nicht verdient hatte".
Mittlerweile steht Rasmus Windingstad aber wieder wesentlich fester im Leben. Nach einer konkreten Diagnose ist die Behandlung leichter. Die positive Reaktion seines Umfelds, ein Psychiater und passende Medikamente helfen dem 31-Jährigen: "All das sorgt dafür, dass mein Leben viel besser geworden ist."