Julia Scheib steht am Samstag kurz davor, Sportgeschichte zu schreiben. In Aare kann die 27-jährige Steirerin als erste Österreicherin seit zehn Jahren die kleine Kristallkugel im Riesentorlauf gewinnen.
Zwei Rennen vor dem Saisonende führt Julia Scheib die RTL-Wertung mit 89 Punkten Vorsprung auf Camille Rast an. Am Samstag (10.00 Uhr/live ORF 1 & Sport24-Liveticker) will die Steirerin, die in dieser Saison bereits vier Weltcupsiege feierte, den Sack endgültig zumachen. Es wäre das erste Mal seit Eva-Maria Brem in der Saison 2015/16, dass eine Österreicherin diese Kugel holt.
Risiko-Check am coolen Hang
Scheib gibt sich vor dem Rennen in Schweden betont gelassen, auch wenn der Kugel-Gedanke im Kopf präsent ist. Sie liebt den Hang in Aare und hofft auf einen Start von ganz oben, will aber ihre Risikobereitschaft genau ausbalancieren. Die Olympia-Enttäuschung, bei der sie als Fünfte nur um 0,07 Sekunden an Silber vorbeischrammte, hat sie mittlerweile verarbeitet und in neue Motivation umgewandelt.
Assinger glaubt an den Kugel-Coup
ÖSV-Cheftrainer Roland Assinger sieht die Chancen für den Kristall-Erfolg als sehr realistisch an. Wenn Scheib ihre Hausaufgaben macht und ihr gewohntes Level abruft, sollte der Titel laut Assinger bereits in Schweden fixiert werden. Die Steirerin gilt als die große Erlöserin einer jahrelangen RTL-Baustelle im Team, seit sie im Oktober in Sölden die sieglose Serie des ÖSV beendete.
Shiffrin jagt Moser-Pröll-Rekord
Während Scheib um ihr erstes Kristall kämpft, geht es für Mikaela Shiffrin am Sonntag im Slalom um den nächsten Meilenstein ihrer Karriere. Die US-Amerikanerin, die bereits neun Slalom-Kugeln sicher hat, steuert auf ihren sechsten Gesamt-Weltcupsieg zu. Damit würde sie mit der österreichischen Legende Annemarie Moser-Pröll gleichziehen, die diesen Rekord bisher alleine hielt.