Ski-Crosser wollen hoch hinaus

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Ski-Crosser wollen hoch hinaus

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Vize-Olympiasieger Andreas Matt: "Sind heuer gut aufgestellt".

Viel Zuversicht strahlt das umgebaute österreichische Skicross-Team vor dem Weltcup-Auftakt am Wochenende in Innichen (Südtirol) aus. Beim letzten Test am Samstag in Jerzens hat es für die rot-weiß-roten Skicrosser in einem Europacup-Rennen bereits Spitzenplätze gegeben. Der Silbermedaillengewinner von Vancouver, Andreas Matt, gewann mit dreimaliger Bestzeit das Rennen, Juniorinnen-Vizeweltmeisterin Katrin Ofner belegte den zweiten Rang.

Zuversicht
"Wir sind heuer sicher gut aufgestellt", berichtete Sabine Wittner, sportliche Leiterin der ÖSV-Skicrosser, am Montag auf einer Pressekonferenz in Innsbruck. Seit der ÖSV vor drei Jahren die "Wilden Hunde" unter seine Fittiche nahm und dabei etwas zähmte, sei die Arbeit immer professioneller geworden. Während Skicross im Rahmen der FIS bei den Freestylern untergebracht ist, gründete der ÖSV mit den Skicrossern eine eigene Abteilung bei den Alpinen. "Davon profitieren wir sehr viel, besonders beim Training. Die Aufnahme im alpinen Bereich war hervorragend. Wir kommen uns nicht als Randsportart vor", sagte Wittner.

Zwei Trainer für Ski-Crosser
Neu ist heuer im ÖSV auch, dass Andreas Matt und Co erstmals von zwei Trainern, die Roman Rafetseder nachfolgten, betreut werden. Der Oberösterreicher Gerold Posch ist für die skitechnischen Belange zuständig, während Markus Wittner, der im Sommer seine aktive Karriere beendet hat, sich um die skicrosstechnischen Eigenheiten (Start, taktisches Fahren auf der Kampflinie) kümmert.

Matt stark verbessert
Matt ist vom neuen Trainer-Duo überzeugt. "Ich habe mich skifahrerisch verbessert, aber besonders zugelegt habe ich beim Start", betonte Matt. "In Jerzens habe ich das schon voll ausspielen können." Jedenfalls ist Matt voller Tatendrang, er spekuliert mit einigen Stockerlplätzen, will "besonders den Heimweltcup in St. Johann unbedingt gewinnen", und auch bei der WM eine Medaille.

Umstellungen im Damen-Team
Während das ÖSV-Herrenteam nahezu unverändert blieb, gab es im Damenbereich gravierende Einschnitte. Die beiden "Grandes Dames" im ÖSV, die ehemalige alpine Spitzenläuferin Katharina Gutensohn, als auch die ehemalige Weltmeisterin Karin Huttary, beendeten ihre Karrieren. Derzeit sind mit Katrin Ofner und Andrea Limbacher nur zwei Damen im A-Team. "Die sind aber jederzeit für einen Stockerlplatz gut", versicherte Wittner.

Nachwuchs drängt nach
Auch im Nachwuchsbereich sei Österreich sehr gut aufgestellt. Es gibt eine eigene Europacup-Truppe mit Oliver Andorfer als fix angestellten Trainer. Die Austrian Skitour, bei der Läufer ab Jahrgang 1995 Skicross-Luft schnuppern können, boomt. So gab es am Sonntag beim ersten Rennen in Jerzens 124 Starter. Bei einem Aufruf in Facebook meldeten sich bis Montag 1.750 Interessierte.

Neben der Weltmeisterschaft in Deer Valley (USA/4.2.) ist der Heimweltcup in St. Johann in Tirol am 7. Jänner der große Höhepunkt für die ÖSV-Skicrosser. "Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen. Die Strecke wurde etwas modifiziert, sie wurde breiter, damit gibt es mehr Geraden zum Überholen", schilderte OK-Chef Martin Weigl, der zum einzigen Nacht-Event auf der Weltcup-Tour wieder über 5.000 Fans erwartet.

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