Das Skifliegen in Vikersund wurde am Sonntag aufgrund zu starker Windböen offiziell abgesagt.
Jetzt ist es Gewissheit: Beim böigen Wind über dem riesigen Monsterbakken in Vikersund wird am Sonntag nicht mehr gesprungen. Nachdem der Start ursprünglich für 17:15 Uhr angesetzt war, reagierte die Jury zunächst mit vier Verschiebungen im 15-Minuten-Takt, bevor um 18:15 Uhr die endgültige Entscheidung getroffen wurde. Die unberechenbaren Bedingungen hätten das Springen zu einer gefährlichen Windlotterie verkommen lassen.
Sturz-Schock in der Qualifikation
Bereits im Vorfeld der Absage kam es zu dramatischen Szenen. Die Qualifikation musste nach nur neun Athleten abgebrochen werden. Der 19-jährige Pole Kacper Tomasiak kam nach der Landung seines Sprungs auf 192 Meter schwer zu Sturz und blieb regungslos im Schanzenauslauf liegen. Er musste von Sanitätern behandelt und mit einer Trage abtransportiert werden.
Entwarnung aus dem polnischen Lager
Polens Cheftrainer Maciej Macusiak gab inzwischen vorsichtige Entwarnung. Alles sehe optimistisch aus, der junge Springer klage jedoch über Schmerzen in der Halswirbelsäule. Tomasiak wurde zur Beobachtung und für Kontrolluntersuchungen ins Krankenhaus gebracht, scheint aber nach ersten Informationen ohne ernsthafte Verletzungen geblieben zu sein. Zum Zeitpunkt des Abbruchs lag der Deutsche Luca Roth mit einer persönlichen Bestweite von 220 Metern in Führung.
Embacher reist als Führender nach Slowenien
Für den 20-jährigen Stephan Embacher bedeutet das Aus, dass er seinen sensationellen Premierensieg vom Samstag nicht unmittelbar bestätigen kann. Der Tiroler Youngster bleibt dennoch der große Gewinner des Wochenendes in Norwegen. Er reist mit einem Vorsprung von 15 Zählern auf den Slowenen Domen Prevc als Führender im Skiflug-Weltcup zum großen Saisonfinale.
Showdown im Tal der Schanzen
Am kommenden Wochenende wird die Weltcup-Saison auf der legendären Flugschanze im slowenischen Planica beendet. Von Freitag bis Sonntag stehen im Tal der Schanzen zwei Einzel- sowie ein Team-Bewerb auf dem Programm. Bereits am Donnerstag finden dort das Training und die Qualifikation statt. Embacher hat es nun selbst in der Hand, sich die kleine Kristallkugel für den besten Skiflieger der Saison zu sichern.