Heim-Erfolg

Tschofenig triumphiert bei Tournee-Gesamtsieg von Prevc

Domen Prevc hat sich in eindrucksvoller Manier den Gesamtsieg bei der 74. Vierschanzen-Tournee gesichert. Beim abschließenden Springen in Bischofshofen wird der Slowene hinter Tagessieger ÖSV-Adler Daniel Tschofenig Zweiter.

Titelverteidiger Daniel Tschofenig hat den Abschlussbewerb der Vierschanzen-Tournee gewonnen. Der Kärntner siegte am Dienstag in Bischofshofen vor dem slowenischen Gesamt-Triumphator Domen Prevc und dem Japaner Ryoyu Kobayashi. Prevc entschied die Tournee 42,3 Punkte vor Jan Hörl und 45 vor ÖSV-Jungstar Stephan Embacher überlegen für sich. Hörl war auch im Vorjahr Tournee-Zweiter gewesen, damals hinter Tschofenig und vor Stefan Kraft.

+++ Das Springen im LIVE-TICKER zum Nachlesen +++

Bei der 74. Auflage der Tournee hatte aber der auch schon vor Weihnachten im Weltcup groß auftrumpfende Weltmeister Prevc die Nase klar vorne. Der 26-Jährige siegte in Oberstdorf und Garmisch, hinzu kamen zwei zweite Ränge in Innsbruck und am Dreikönigstag. Dadurch sorgte Prevc zehn Jahre nach dem Erfolg seines Bruders Peter für den dritten slowenischen Gesamtsieg, der erste war Primoz Peterka 1996/97 gelungen. In Bischofshofen musste er sich nach Halbzeitführung noch Tschofenig um 4,1 Zähler geschlagen geben. Hinter Kobayashi (- 4,3 Punkte) folgten mit Hörl, Embacher, Kraft und Manuel Fettner vier Österreicher auf den Plätzen vier bis sieben.

 

 

 

 

Tschofenig wie 2025 Bischofshofen-Sieger

Der vor und auch während der Tournee teilweise strauchelnde Tschofenig katapultierte sich vom dritten Zwischenrang mit einem fabelhaften Finalflug noch ganz nach oben. Der beim Finale auch vor einem Jahr siegreiche Kärntner feierte seinen zweiten Saisonerfolg nach jenem beim Weltcupauftakt in Lillehammer. "Das war ein absolut genialer Tag. Ich hatte heuer weniger Druck und konnte es mehr genießen", sagte der Gesamtsiebente Tschofenig, nachdem er den goldenen Adler für den Tournee-Sieg an Prevc weitergereicht hatte.

Jan Hörl
© GEPA

Prevc sei bei aller Freude über den erfreulichen Abschluss ein hochverdienter Sieger. "Er hat das genial gemacht und ist extrem cool geblieben. Er hatte keinen Sprung, wo er nachgelassen hat, und war dauerhaft auf einem extrem hohen Niveau. Hut ab, was er geleistet hat", sagte der Kärntner, versprach aber auch: "Wir werden ihn weiter jagen." Gleichzeitig deutete er an, nicht bei allen anstehenden Weltcups an den Start gehen zu wollen.

Prevc wie sein Bruder auf dem Thron

Prevc war nach bestandener Nervenprobe überwältigt. "Ich bin sehr glücklich, dass es so aufgegangen ist. Ich hatte viel Druck vor dem zweiten Sprung. Es ist ein fantastisches Gefühl, den goldenen Adler zu bekommen", sagte Prevc. Die Trophäe zehn Jahre nach seinem Bruder zu holen, sei etwas ganz Besonderes. "Ich werde es wohl erst morgen realisieren, dass ich etwas Großartiges erreicht habe. Die harte Arbeit und die Hingabe der letzten Jahre haben sich ausgezahlt. Jetzt ist es mein Thron."

 

 

 

Sein erster Verfolger Hörl verneigte sich vor dem Slowenen. "Domen war einfach unfassbar, er ist nicht zu biegen gewesen", sagte der Salzburger, freute sich aber über den erneuten Podestplatz im Endklassement. "Es war eine sehr gute Tournee, wieder ein zweiter Platz, ich bin megahappy", meinte Hörl und kündigte eine angemessene Feier mit dem ÖSV-Team inklusive Abschied des zurückgetretenen Daniel Huber an.

Allen Grund zum Feiern hatte auch der 19-jährige Embacher, dem nicht viel auf seinen dritten Podestplatz nach Garmisch und Innsbruck fehlte. "Es ist so cool, ich hätte mir das nie gedacht, dass ich die Tournee am Podium abschließen darf." Dass er nur knapp hinter Hörl gelandet sei, könne er leicht verschmerzen. "Es ist so geil, mit Jan am Podium zu stehen. Ich gönne es ihm von Herzen, er ist immer für mich da." ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl zog eine positive Bilanz und lobte insbesondere Tschofenig, Hörl und Embacher. "Mannschaftlich war es eine Riesenleistung, ein cooler Abschluss. Domen war dabei, sonst hätten wir es wieder gewonnen, aber größten Respekt vor ihm, er hat verdient gewonnen."

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten