Bei der laufenden Vierschanzentournee sorgt eine Serie von Materialverstößen für heftige Diskussionen und einen deutlich raueren Ton im Skispringen.
Im Mittelpunkt steht der Slowene Timi Zajc, der gleich zweimal wegen eines zu kurzen Sprunganzugs disqualifiziert wurde. Nach dem zweiten Verstoß erhielt er eine neu eingeführte Rote Karte und ist für den Rest der Tournee gesperrt. Besonders scharf kritisierte die deutsche Skisprung-Legende Sven Hannawald Zajc öffentlich und bezeichnete ihn als "respektlos und dumm". Hannawald ärgerte sich vor allem darüber, dass sich Zajc nach der ersten Disqualifikation in sozialen Netzwerken über den Vorfall lustig machte.
- Rätselraten nach nächster Disqualifikation bei den Skispringern
- Bergisel-Krimi! Embacher verpasst Sieg um 0,7 Punkte
- Bergisel-Springen wird zum Flutlicht-Spektakel
Auch aus Österreich kam deutliche Kritik: Sportdirektor Mario Stecher sprach von "Manipulation". Die Slowenen wiederum zeigten sich überrascht über veränderte Kontrollabläufe durch den neuen Fis-Chefkontrolleur Mathias Hafele, der strengere Kontrollen durchsetzt. Zajcs Fall ist jedoch nur einer von mehreren: Weitere Disqualifikationen betrafen unter anderem eine versteckte zweite Sohle bei der Norwegerin Anna Odine Strøm, einen zu kurzen Anzug bei Halvor Egner Granerud sowie verbotene Fluor-Wachse bei Pawel Wasek.
Nach früheren Betrugsskandalen verfolgt der Weltverband Fis nun eine konsequente Null-Toleranz-Politik. Das deutsche Team lobt die verbesserten Kontrollen und blieb bislang ohne Strafen. Hannawald kritisiert insbesondere den Umgang der Norweger mit Verstößen scharf und stellt deren Transparenz offen infrage. "Also wollen die uns alle verarschen?", so Hannawalds Schlussfolgerung laut "Focus online"-Bericht.