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Hipp-Rückruf

Fall erinnert an deutsche Mon Cheri-Erpresser

Nach dem Fund von mit Rattengift präparierten Babykostgläschen im Burgenland laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.  

Der Fall weckt Erinnerungen an einen deutschen Supermarkt-Erpresser, der im September 2017 fünf mit Ethylenglycol vergiftete Gläschen mit Babynahrung in Geschäften in Friedrichshafen am Bodensee deponiert hatte. Er forderte einen zweistelligen Millionenbetrag und drohte, er werde bei Nichtzahlung 20 Gift-Anschläge in ganz Deutschland verüben.

Bevor er seine Drohungen umsetzen konnte, wurde der Täter, nach dem eine 220-köpfige Sonderkommission "Apfel" gefahndet hatte, von der deutschen Polizei ausgeforscht und festgenommen. Auf die Spur war man ihm dank Bildern aus Überwachungskameras in Supermärkten gekommen. Der damals 54-Jährige wurde im Oktober 2018 vom Landgericht Ravensburg wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer räuberischer Erpressung zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht ging davon aus, dass der Mann, der als Motiv Geldnot angab, den Tod von Kindern billigend in Kauf genommen hatte.

Weiterer Deutscher drohte mit Zyankali

Bereits im Juli 2017 hatte ein 74-jähriger Deutscher in Bonn drei Jahre und neun Monate für die versuchte Erpressung des deutschen Süßwarenherstellers Haribo sowie der Supermarktketten Lidl und Kaufland ausgefasst. Er hatte unter anderem mit der Vergiftung von Gummibärchen und Tiefkühlpizza gedroht. Motiv: Altersarmut und hohe Schulden. Der Mann verlangte eine Million Euro in Bitcoins, hatte es aber bei der bloßen Drohung mit Zyankali belassen.

Im Juni 2022 wurde in Italien ein 47-jähriger Mann aus Triest festgenommen, nachdem er Supermärkten gedroht hatte, Mineralwasser und Lebensmittel mit Zyanid und Rattengift zu vergiften, sollte er nicht Geld in Form von Kryptowährung erhalten. Betroffen waren auch Unternehmen in Österreich, die Festnahme erfolgte in Zusammenarbeit mit der österreichischen Polizei und Europol.

Mit Rattengift versetzte Praline für Spitzer Bürgermeister

Ein besonders spektakulärer Kriminalfall ereignete sich im Zusammenhang mit Rattengift hierzulande im April 2008 in der Wachau. Der damalige Bürgermeister von Spitz an der Donau wurde mit einer mit Strychnin versetzten Mon Cheri-Praline vergiftet. Man hatte ihm die mit einer mehrfach tödlichen Dosis präparierte Süßigkeit unter Beilage einer Glückwunschkarte hinter den Scheibenwischer seines Pkws geklemmt.

Der Ortsvorsteher erlitt nach dem Verzehr einen Herzstillstand und verlor das Bewusstsein. Er konnte zwar reanimiert werden, blieb aber wegen irreparabler Hirnschäden ein Pflegefall.

Ein mit ihm verfeindeter Heurigenwirt wurde als Täter ausgeforscht, da sich dessen DNA-Spuren auf dem beigelegten Billet nachweisen ließen. Er wurde am Ende wegen versuchten Mordes rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt. Mehrere Anträge des Heurigenwirts auf Wiederaufnahme des Verfahrens wurden von der Justiz abgewiesen.

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