Was wie ein Scherz klingt, ist laut einer neuen Umfrage ernst gemeint: Eine Mehrheit der Kanadier kann sich einen EU-Beitritt vorstellen. Grund dafür ist der wachsende Frust über US-Präsident Trump.
Eine aktuelle Umfrage sorgt für Aufsehen: 57 Prozent der Kanadier unterstützen es, eine EU-Mitgliedschaft zumindest zu prüfen. Die Gründe für diesen Wunsch sind der massive Frust über Donald Trump (79) und Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Seit seinem Amtsantritt setzt der US-Präsident den nördlichen Nachbarn mit Zöllen und Drohungen, Kanada zum "51. Bundesstaat" zu machen, unter Druck. Laut "Politico" halten 58 Prozent die Vereinigten Staaten nicht mehr für einen verlässlichen Partner.
- "Kurzes Telefonat": Magyar serviert Putin ab
- "Zeigt mich als Arzt": Trump über Jesus-KI-Bild
- Heftige Vorwürfe: Orbans Außenminister schreddert Russland-Akten
Während Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot (42) über das Thema "Kanada als EU-Mitglied" bereits offen fragt "Warum nicht?", schweigt Kanadas Premier Mark Carney (61) noch. US-Politologe Jonathan Cristol betont, dass neben dem Trump-Effekt vor allem der mögliche Zugang "zu Jobs und Chancen in ganz Europa" die kanadische EU-Euphorie antreibe, berichtet "Bild". Die aktuelle Debatte verdeutliche laut Politikprofessor Scott Erb von der "University of Maine-Farmington" das tiefe Misstrauen, das viele Bürger des 42-Millionen-Staates mittlerweile gegenüber Washington empfinden.
Kritik an strategischem Unsinn
Konservative Stimmen warnen jedoch vor diesem Schritt. Die "National Post" bezeichnet die Idee als "extrem dumm". Kritiker führen an, dass Kanada kein europäisches Land sei und seine Wirtschaft zu eng mit den USA zusammenhänge. Ein EU-Beitritt würde die Souveränität einschränken und Handelsstrukturen unnötig verkomplizieren.