Nach dem dramatischen Zwischenfall beim Correspondents' Dinner wird in Washington über neue Sicherheitskonzepte diskutiert.
Die amerikanische Hauptstadt steht noch immer unter Schock. Die Schüsse, die beim diesjährigen Correspondents' Dinner fielen, haben nicht nur eine Sicherheitsdebatte ausgelöst, sondern könnten nun auch die Tradition des prestigeträchtigen Abends für immer verändern.
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Bislang fand das Gala-Dinner stets in großen Hotels in Washington D.C. statt, wo sich Journalisten, Politiker und Hollywood-Stars trafen. Doch nach der jüngsten Schießerei fordern Sicherheitsexperten nun ein drastisches Umdenken.
Neue Sicherheitsmaßnahmen gefordert
Die Überlegung, die das offizielle Washington derzeit in Atem hält: Das Event soll künftig direkt im Ballsaal des Weißen Hauses stattfinden. Dort greifen die strengsten Sicherheitsvorkehrungen der Welt, der Secret Service hat das Gelände hermetisch abgeriegelt. Ein Vorfall wie zuletzt wäre dort praktisch unmöglich. Für die Pressevertreter und prominenten Gäste würde dieser Schritt jedoch massive Einschränkungen bedeuten. Der Platz im Weißen Haus ist stark limitiert, die Gästelisten müssten drastisch gekürzt werden.
Ranghohe Mitarbeiter und Senator John Fetterman erhöhen nun den Druck, dass Trump seinen umstrittenen Plan im Weißen Haus einen Ballsaal zu bauen durchbringen müsse. In einem Truth Social-Beitrag am schrieb Trump: „Was letzte Nacht passiert ist, ist genau der Grund, warum unser großartiges Militär, der Secret Service, die Strafverfolgungsbehörden und – aus anderen Gründen – jeder Präsident der letzten 150 Jahre gefordert haben, dass ein großer, sicherer und geschützter Ballsaal auf dem Gelände des Weißen Hauses gebaut wird.“
Der US-Präsident erhöht den Druck und wll sein 400-Millionen-Dollar-Projekt durchboxen: "Er kann nicht schnell genug gebaut werden." Dennoch wird weiterhin um die Umsetzung gestritten, obwohl mit den ersten Arbeiten bereits begonnen wurde. Ein Bundesrichter stoppte Anfang April die Arbeiten, weil die Zustimmung des Kongresses fehle. Nun soll diese auch endgültig eingeholt werden.
Tradition auf dem Prüfstand
Kritiker warnen bereits davor, dass die Verlegung in den Ballsaal den Charakter der Veranstaltung zerstören könnte. Das Dinner, bei dem der US-Präsident traditionell aufs Korn genommen wird, lebt von seiner ausgelassenen Stimmung. Ob diese im streng bewachten Regierungssitz aufkommen kann, ist fraglich.
Die Entscheidung über die Zukunft des Correspondents' Dinner wird in den kommenden Wochen erwartet. Klar ist jedoch schon jetzt: Die Unbeschwertheit vergangener Jahre ist vorerst Geschichte.