Sparhammer

Nach Wahlsieg: Magyar halbiert eigenes Gehalt

Kaum im Amt, setzt Ungarns neuer Regierungschef ein überraschendes Zeichen: Premierminister Péter Magyar will die Bezüge von Politikern massiv kürzen und beginnt ausgerechnet bei sich selbst. 

Nach seinem Wahlsieg im April kündigte Péter Magyar in einem TV-Interview umfassende Sparmaßnahmen für die Politik an. Besonders auffällig: Auch sein eigenes Einkommen soll deutlich sinken.

Statt der hohen Bezüge seines Vorgängers Viktor Orbán will Magyar künftig nur noch rund 3,8 Millionen Forint brutto pro Monat erhalten, umgerechnet etwa 10.500 Euro. Damit läge sein Einkommen deutlich unter jenem seines Vorgängers.

Auch Minister und Bürgermeister betroffen

Die Einsparungen sollen sich allerdings nicht nur auf den Premier beschränken. Nach den Plänen der neuen Regierung müssen auch Minister, Staatssekretäre, Abgeordnete und Bürgermeister mit geringeren Bezügen rechnen. Selbst Spitzenverdiener in staatlichen Unternehmen sollen künftig weniger erhalten.

Die Botschaft dahinter: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten müsse die Politik selbst sparen, statt hohe Gehälter zu kassieren.

Weniger Geld auch bei Spesen

Besonders bei Kostenpauschalen will Magyar den Rotstift ansetzen. Bislang konnten ungarische Abgeordnete monatlich hohe Summen für Unterkunft, Mitarbeiter oder Reisekosten abrechnen. Künftig soll die Obergrenze deutlich sinken. Gleichzeitig appellierte die neue Regierung an Politiker, die verfügbaren Beträge gar nicht erst vollständig auszuschöpfen. Im Parlament könnte das laut Berechnungen Einsparungen in Milliardenhöhe bringen.

Deutlich über Durchschnittseinkommen

Zum Vergleich: Das durchschnittliche Bruttogehalt in Ungarn liegt derzeit bei umgerechnet rund 1.600 Euro pro Monat, Regierungsmitglieder verdienen damit ein Vielfaches.

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