Flughafen-Chaos

Neues Grenzsystem verursacht Chaos am Flughafen: Reisende sitzen fest und kollabieren

Am Flughafen Milano-Linate kam es am Wochenende zu dramatischen Szenen. Wegen des neuen Entry-Exit-Systems (EES) standen Reisende stundenlang an, einige erlitten in der Hitze sogar Schwächeanfälle. 

Das Chaos am Wochenende in Mailand zeigt, wie schwierig die Umstellung auf das neue biometrische Grenzsystem für Drittstaaten-Reisende ist. Seit dem Brexit gelten für Briten strengere Regeln bei der Einreise in den Schengen-Raum, was nun auch direkte Auswirkungen auf beliebte Reiseländer wie die Schweiz und Österreich hat. Statt eines einfachen Stempels im Pass werden jetzt Fingerabdrücke und Fotos verlangt, um illegale Aufenthalte besser zu kontrollieren.

Warten bis zum Umfallen

Die Auswirkungen dieser Umstellung waren in Mailand fatal. Laut Berichten der "Daily Mail" konnten rund 100 Passagiere eines Fluges nach Manchester nicht rechtzeitig boarden, weil die Grenzkontrollen komplett überlastet waren. Die 17-jährige Kiera berichtete gegenüber der BBC von einer 20-stündigen Odyssee: "Wir kamen um 7.30 Uhr für unseren Flug um 11 Uhr an, also sehr früh. Als wir zur Grenzkontrolle kamen, gab es eine riesige Schlange." Trotz der frühen Ankunft war die Maschine bereits weg, als sie endlich den Schalter erreichten.

Hitze und Hilflosigkeit vor Ort

Besonders hart traf es Familien wie die von Vicky Chapman (26). Sie schilderte dem "Liverpool Echo", dass sie trotz Pünktlichkeit am Gate abgewiesen wurden, da sie im System als "nicht erschienen" galten. "Es war so heiß am Flughafen, Menschen mussten sich übergeben, einige waren kurz davor, ohnmächtig zu werden", so die Mutter. Hilfe vor Ort gab es kaum, die Betroffenen mussten Unterkünfte sogar selbst bezahlen und wurden auf Flüge am Dienstag vertröstet.

Fluglinie bittet um Entschuldigung

Easyjet reagierte bereits auf die Vorfälle. Eine Sprecherin erklärte, dass man die Passagiere vorab informiert habe, die Verzögerungen an den Grenzen jedoch außerhalb der eigenen Kontrolle lägen. "Wir haben alles getan, um die Auswirkungen der Warteschlangen zu minimieren, Flüge verzögert, um mehr Zeit zu ermöglichen, und kostenlose Umbuchungen angeboten", so das Unternehmen gegenüber der "Daily Mail". Man appelliere nun an die Behörden, bei der Einführung des Systems flexibler zu reagieren, um solche Zustände künftig zu verhindern.

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