Oslo-Killer plante weitere Anschläge

Zweites Verhör

Oslo-Killer plante weitere Anschläge

Attentäter Breivik wollte noch zwei Häuser in die Luft jagen.

Den Ermittlern stockte wohl der Atem: Anders Breivik (32), der Attentäter von Norwegen, plante ein noch viel größeres Blutbad, als er anrichtete – das gestand gestern Geir Lippestad, sein Verteidiger: „Er hatte an diesem Freitag noch mehrere Pläne in unterschiedlicher Größenordnung!“

Die Pläne für weitere Anschläge waren fertig
Offenbar waren diese Pläne perfekt ausgefeilt, die Ausführung stand kurz bevor. „Die Vorhaben waren genauso konkret wie die, die in die Tat umgesetzt wurden“, so sein Anwalt Lippestad.

Was die Ermittler bisher über den erweiterten Terrorangriff verrieten: Der Killer wollte zwei weitere Gebäude in die Luft jagen. Doch verlief etwas nicht nach seinem Plan. „Die Folge war, dass alles etwas anders verlief, als er es sich vorgestellt hatte“, so der Anwalt. Der Ausländerhasser Breivik zögerte und zündete die anderen Bomben doch nicht.

Verhör geht weiter
Gestern, kurz vor 10 Uhr, verließ Anders Breivik seine Hochsicherheitszelle. Polizisten chauffierten ihn im schwer gepanzerten Mercedes-Jeep zur zweiten Verhörrunde in die Osloer Polizeizentrale. Diesmal waren die Seitenscheiben des Autos mit einer Plane verklebt, damit Fotografen den diabolisch grinsenden Breivik nicht ablichten konnten.

Stundenlang wurde der Killer, der sich immer noch keiner Schuld bewusst ist, zu den grausamen Details befragt.

77 Opfer bei Massaker
Breivik kooperiert mit der Polizei: „Er ist mehr als willig, alles zu erklären“, erzählte Polizeisprecher Pål Hjort Kraby. Bis 1. November sollen gleich zwei Rechtspsychiater ein Gutachten über Breivik vorlegen – sie sollen den Attentäter von Oslo auf seine Zurechnungsfähigkeit untersuchen.

Die Opferzahl wurde indessen auf 77 nach oben korrigiert.

Diashow: Norwegen: Erstes Terror-Opfer begraben

Norwegen: Erstes Terror-Opfer begraben

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    Brite: „Ich war sein Mentor“

    In der britischen Zeitung Times outet sich nun der „Mentor“ von Breivik. Paul Ray (36, ein britischer Extremist) erzählte der Zeitung, eine Art Vorbild und politischer Beeinflusser des Todesschützen gewesen zu sein. Ray, der einen anti-muslimischen Blog namens „Richard Löwenherz“ führt, sagte, er sei „eine Inspiration“ gewesen, entschuldigte sich aber für die Folgen.

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