Luftkampf-Innovation
Ukraine baut Passagierjet zu Drohnen-Jäger um
Eigentlich ist die Antonow An-28 ein betagtes Passagierflugzeug mit 18 Sitzen, gebaut zwischen 1978 und 1993. Doch angesichts der ständigen Bedrohung durch russische Shahed-136-Langstreckendrohnen wurde mindestens eine dieser Maschinen zum Jäger umfunktioniert. Mit einer Geschwindigkeit von rund 300 Kilometern pro Stunde nimmt die umgebaute Antonow nun die Verfolgung der feindlichen Drohnenschwärme auf.
Aufnahmen der ukrainischen Armee verdeutlichen den Umbau: Ingenieure montierten unter die Flügel mehrere Abfangdrohnen der Typen "P1Sun" und "Sting". Das Besondere an diesem System ist unter anderem die Steuerung. Ein Drohnenpilot fliegt als "Passagier" in der Antonow mit. Sobald die Maschine dem Ziel näher kommt, aktiviert er die Abfangdrohne und startet den Angriff direkt aus der Luft.
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Effiziente Abwehr aus Distanz
Was folgt, ist ein hochmoderner Luftkampf zu Bruchteilen der üblichen Kosten, berichtet "Bild". Die kleinen Abfangdrohnen kosten je nach Hersteller nur zwischen 1.000 und 3.000 Euro. Während die Antonow nach dem Start der Drohne abdreht, verfolgt der kleine Jäger die Shahed und schaltet sie aus. Weit über 300 russische Killer-Drohnen wurden auf diese Weise bereits abgeschossen – ein Prozess mit nur geringem Risiko für die Piloten der Antonow.
Militärexperte und Politikwissenschaftler Gustav Gressel sieht in dieser Entwicklung eine technische Revolution. Auf der Plattform X erklärte er: "Das Flugzeug gibt durch Höhe und Geschwindigkeit den Drohnen kinetische Energie mit, die den Abfangprozess effizienter macht und die Reichweite der Drohnen erhöht. Vor allem gegen hoch fliegende Shaheed mit Jetantrieb wichtig."
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