Kiss ließen Wien beben Kiss ließen Wien beben

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© Thomas Zeidler

 

Kiss ließen Wien beben

Lieferte Whitney Houston Mittwoch ein stimmlich merkwürdiges Unterfangen, so bewiesen Kiss gestern in der restlos ausverkauften Stadthalle, dass sich auch ohne Stimme eine Bomben-Show ausgeht.

Unterstützt von mehr als 300 Boxen, überdimensionalen Leinwänden und gleich 36 Gitarren-Verstärkern erwies sich die Sonic Boom Show als ein bis an die Hallendecke vollgestopftes, blitz- und feuerspeiendes Hydraulik-Monstrum. Etwaige Vokal-Dissonanzen – und davon gab es doch einige – wurden der Einfachheit halber mit Explosionen weggesprengt. Tarnen und Täuschen auf höchstem Niveau!

Rock-Zirkus
Kiss Live – das ist Spektakel pur. Ein Rock-Zirkus mit dickem Clown (Gene Simmons), stimmlich angeschlagenem Co-Direktor (Paul Stanley) und zwei Mehr-oder-weniger-Statisten (Gitarrist Thaler, Schlagzeuger Singer).

Zum Opener Modern Day Delilah gab’s ein Hydraulik-Spektakel, dass an den Fliegenden Teppich vom Prater erinnerte: Via Schwebeplattform wurden die schrillen Comic-Rocker einmal rund um das Schlagzeug gehievt. Eigentlich völlig sinnlos, aber optisch beeindruckend – ein roter Faden, den man, unterfüttert mit 35-jähriger Hit-Historie, zwei Stunden lang gefällig durchzog.

Blut & Feuer
Die Songs – Cold Gin, Deuce, Detroit Rock City – 0815-Rock mit Headbanger-Garantie. Die Show – grandiose Effekthascherei voller Schmunzel-Monster-Effekte: Erst spuckte Gene Simmons Feuer (Firehouse), später Blut (I Love It Loud), um schließlich kraft seiner Fledermaus-Flügel und verstärkt durch zwei Stahlseile zum Bühnendach zu entfliehen.

Zu I Was Made For Lovin’ You hob auch Paul Stanley ab – und flog in Richtung Mischpult davon. „You wanted the Best – You got the Best!“ hieß es in der Intro-Ansage. Kiss hielten 122 Minuten lang Wort.

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