Achtung!

Tödliche Verwechslungsgefahr: So unterscheiden Sie Bärlauch von Giftpflanzen

Frühlingszeit ist Bärlauchzeit! Der würzige Duft des „wilden Knoblauchs“ lockt jetzt wieder Hobbyköche in Österreichs Auwälder. Doch Vorsicht: Wer beim Sammeln blind zugreift, riskiert womöglich sein Leben.  

Mit seinen kräftig grünen Blättern und dem unverwechselbaren Aroma ist der Bärlauch der absolute Star in der Frühlingsküche, egal ob als Pesto, in der Suppe oder auf dem frischen Butterbrot. Von März bis Mai sorgt das aromatische Kraut für wahre Gaumenfreuden und liefert gleichzeitig wichtige Vitamine, die unsere Abwehrkräfte unterstützen. Aber Achtung: Seine giftigen Doppelgänger sehen ihm zum Verwechseln ähnlich. Damit Ihr Frühlings-Genuss nicht im Krankenhaus endet, haben wir die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst.

Die gefährlichen Doppelgänger: Maiglöckchen & Herbstzeitlose

Tödliche Verwechslungsgefahr: So unterscheiden Sie Bärlauch von Giftpflanzen
© Getty Images

Die größten Feinde des unachtsamen Sammlers heißen Maiglöckchen und Herbstzeitlose. Besonders tückisch: Bärlauch wächst oft in direkter Nachbarschaft zu seinen giftigen Feinden. Auf den ersten Blick wirken die grünen Blätter fast identisch, doch der Verzehr von Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen kann schwere Vergiftungen auslösen, die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.

Vertrauen Sie Ihrer Nase!

Der einfachste und genialste Trick, um sicherzugehen, dass Sie tatsächlich Bärlauch in der Hand halten, ist der Geruchstest. Nicht umsonst wird Bärlauch auch „Wilder Knoblauch“ genannt. Um ihn sicher zu erkennen, zerreiben Sie ein kleines Stück des Blattes zwischen den Fingern. Steigt Ihnen sofort ein intensiver Knoblauchduft in die Nase? Gratulation, es ist Bärlauch! Bleibt der Geruch aus, halten Sie vermutlich ein Maiglöckchen in der Hand.

Achtung: Haben Sie versehentlich eine Giftpflanze zerrieben, waschen und desinfizieren Sie Ihre Hände so schnell wie möglich!

Die Blätter

Tödliche Verwechslungsgefahr: So unterscheiden Sie Bärlauch von Giftpflanzen
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Wenn Sie sich nicht allein auf Ihre Nase verlassen wollen, hilft ein genauer Blick auf die Anatomie der Pflanze. Bärlauch lässt sich bei genauem Hinsehen nämlich gut unterscheiden. Bärlauchblätter sind auf der Unterseite mattgrün, weich und haben einen ganz deutlichen, dünnen Blattstiel. Beim Bärlauch wächst jedes Blatt einzeln aus dem Boden. Bei Maiglöckchen hingegen wachsen immer zwei Blätter an einem Stiel und umwickeln diesen wie einen Mantel. Herbstzeitlose haben gar keinen echten Stiel. Die Blätter treiben direkt aus dem Boden und glänzen auf beiden Seiten.

Die Blüten

Sollte die Pflanze bereits blühen, ist die Unterscheidung kinderleicht. Bärlauch bildet sternförmige Blüten, die aus einzelnen, länglichen Knospen sprießen. Wenn der Bärlauch allerdings schon blüht, verliert er stark an Geschmack. Die beste Erntezeit ist dann ohnehin vorbei. Maiglöckchen tragen die bekannten, kugeligen Blüten, die wie kleine Glocken in Trauben herunterhängen.

Die Umgebung

Auch der Ort, an dem Sie suchen, gibt wichtige Hinweise: Bärlauch liebt Feuchtigkeit und Schatten. Er wuchert in Au-, Laub- und Mischwäldern. Auch Maiglöckchen findet man im Wald, oft aber auch in heimischen Gärten. Herbstzeitlose bevorzugen hingegen offene Flächen und wachsen vor allem auf Wiesen.

Kein Risiko eingehen

Die wichtigste Regel für alle Wildkräuter-Sammler lautet: Ernten Sie nur, was Sie zu 100 Prozent sicher bestimmen können!

Wer Appetit auf Bärlauch hat, muss aber keineswegs auf den Genuss verzichten. Kaufen Sie die Frühlings-Delikatesse einfach sicher und bequem auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt. Noch besser: Pflanzen Sie sich Ihren eigenen Bärlauch-Vorrat ganz entspannt im Garten oder im Topf auf dem Balkon an. So steht dem ungetrübten Frühlingsschmaus nichts mehr im Wege!

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