Expansion

Adidas erwartet nach Fußball-WM zweistelliges Umsatzwachstum

Unai Simon feiert mit dem WM-Pokal 2026 auf einer Bühne, umgeben von jubelnden Teamkollegen.
© Getty Images
Zum Halbjahr war der Sport-Konzern bereits mit 14 Prozent im Plus.
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Die Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika gibt Adidas Rückenwind. Die weltweite Nummer zwei auf dem Sportartikelmarkt nimmt nun im laufenden Jahr ein zweistelliges Umsatzwachstum ins Visier, bleibt aber bei der Gewinnprognose. Adidas wolle in Marketing und Vertrieb investieren, "um die Markendynamik und qualitativ hochwertiges Umsatzwachstum über dieses Jahr hinaus zu fördern", jubelte Adidas.

14 von 48 Nationalteams in Adidas-Trikots

Bei der Fußball-WM liefen 14 von 48 Nationalteams in Adidas-Trikots auf, darunter die beiden Finalisten Spanien und Argentinien. Das trieb den Absatz von Fan-Trikots nach oben, der Umsatz mit Bekleidung stieg im zweiten Quartal währungsbereinigt um 35 Prozent.

Börsianer zeigten sich trotzdem enttäuscht: Sie hätten eine stärkere Anhebung der Ziele erwartet, sagte ein Händler. Die Aktie des Herzogenauracher Unternehmens brach um mehr als 15 Prozent ein.

Adidas erwartet für das laufende Jahr nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 9 bis 10 Prozent. Bisher hatte Vorstandschef Björn Gulden bis zu neun Prozent in Aussicht gestellt. Nach den ersten sechs Monaten steht bereits ein Plus von währungsbereinigt 14 Prozent auf 13,3 Mrd. Euro zu Buche. In Euro blieb ein Plus von 10 Prozent. Den operativen Gewinn sieht Adidas weiterhin bei rund 2,3 (Vorjahr: 2,06) Mrd. Euro. Dazu könnten Erstattungen von Zöllen zur Einfuhr in die USA von 250 bis 300 Mio. Dollar kommen, die noch nicht in der Prognose enthalten seien, aber "möglicherweise künftig realisiert werden können". Im zweiten Quartal habe man bereits erste Zollerstattungen erhalten.

Operativ um elf Prozent gewachsen

Im ersten Halbjahr verbesserte sich das operative Ergebnis um elf Prozent auf 1,28 Mrd. Euro, die operative Marge stagnierte damit bei 9,6 Prozent. Die Bruttomarge lag bei 51,8 (51,9) Prozent. "Ein gesunder Anteil an Verkäufen zum vollen Preis und ein vorteilhafterer Geschäftsmix wurden durch höhere US-Zölle und unvorteilhafte Währungsentwicklungen aufgehoben", erklärte Adidas. Wegen des Preiskampfs in Europa - vor allem bei Schuhen - steuerte Adidas weniger Ware in die Läden der Sport-Fachhändler. Der US-Rivale Nike, bei dem das Geschäft bestenfalls stagniert, versucht seine vollen Lager mit Rabatten zu räumen. Der Umsatz von Adidas über den Großhandel stieg nur um7 Prozent, während das Online-Geschäft um mehr als ein Viertel zulegte.

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