Aphel 2026

Am 6.Juli ist die Erde am weitesten von der Sonne entfernt

40 Prozent mehr Sonnenschein
© TZ OesterreichKernmayer Johannes
Am 6. Juli 2026 ist die Erde am weitesten von der Sonne entfernt. Trotzdem herrscht dank der Erdachse auf der Nordhalbkugel Sommer.
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Die Erde ist am 6. Juli 2026 am weitesten von der Sonne entfernt, genauer gesagt 152,1 Millionen Kilometer weit. Obwohl unser Planet am äußersten Punkt seiner Umlaufbahn steht, herrscht auf der Nordhalbkugel Hochsommer.

Der Moment wird Aphel genannt. Das Wort kommt aus dem Griechischen. "Apo" bedeutet "fern" oder "weg von", "helios" bedeutet "Sonne", also sogenannt der sonnenfernste Punkt. Laut "Earthsky" erreicht die Erde diesen Punkt im Jahr 2026 am 6. Juli um 19.30 Uhr.

Fünf Kilometer Unterschied

In sechs Monaten erreicht die Erde ihren sonnennächsten Punkt. Anfang Jänner findet das Perihel (peri = nah, helios = Sonne) statt. Dann ist die Erde ungefähr 147,1 Millionen Kilometer entfernt. Zwischen dem Aphel und dem Perihel liegen somit rund fünf Millionen Kilometer.

Im Vergleich zu unserem Sonnensystem sind fünf Kilometer eine kleine Strecke. Im Jahresmittel trennen Erde und Sonne etwa 149,6 Millionen Kilometer, so die "Frankfurter Rundschau". Die Distanz entspricht ungefähr einer astronomischen Einheit, kurz AE. Die Umlaufbahn der Erde ist kein perfekter Kreis, sondern ein leichtes Oval.

Erdneigung für Jahreszeiten verantwortlich

Somit wechseln Aphel und Perihel einander ab. Im Laufe eines Jahres ändert sich der Sonnenabstand um etwas mehr als 3 Prozent. Um einen Einfluss auf das Wetter und die Jahreszeiten zu haben, ist dies zu wenig.

Für die Jahreszeiten ist die Schieflage der Erde verantwortlich. Sie ist um etwa 23,5 Grad geneigt und steht somit nicht gerade auf der Umlaufbahn. Die Nordhalbkugel neigt sich dadurch im Juni und Juli stärker zur Sonne und die Sonnenstrahlen treffen steiler auf die Erde. Zusätzlich bleiben die Tage länger hell.

Sonnenabstand ist messbar

Die NASA erklärt: "Die geneigte Achse der Erde verursacht die Jahreszeiten, nicht ihre wechselnde Entfernung." Im Dezember kippt die Nordhalbkugel von der Sonne weg, wodurch die Tage kürzer werden und Sonne niedriger steht. Ihre Energie verteilt sich auf eine größere Fläche, wodurch der Winter beginnt.

Der Sonnenabstand ist messbar. Während des Aphels erreicht weniger Sonnenenergie die Erde als am Perihel. Der Unterschied beträgt rund sieben Prozent. Durch den großen Abstand verteilt sich das Sonnenlicht auf eine größere Fläche.

Sonnenscheibe kleiner im Juli

Ebenfalls erscheint die Sonnenscheibe im Juli etwas kleiner als im Jänner. Der scheinbare Durchmesser unterscheidet sich um rund 3,6 Prozent. Mit bloßem Auge lässt sich das nicht erkennen.

Die wechselnde Sonnenentfernung kann die weltweite Temperatur um etwa 5 Grad Celsius beeinflussen, so der Astronom Phil Plait im Scientific American. Jedoch ist in Österreich die Erdneigung entscheidend für die Jahreszeit.

Entfernung bestimmt auch die Erdgeschwindigkeit

Die Entfernung zur Sonne bestimmt ebenfalls die Geschwindigkeit der Erde auf ihrer Umlaufbahn. Die Erde bewegt sich langsamer, wenn sie weiter von der Sonne entfernt ist. Somit dauert der astronomische Sommer auf der Nordhalbkugel länger als der Winter. Der Unterschied beträgt fast fünf Tage. Auf der Südhalbkugel ist das Muster umgekehrt. Dort ist der Winter die längste Jahreszeit und der Sommer die kürzeste.

Das Aphel fällt nicht jedes Jahr auf denselben Tag. Der sonnenfernste Punkt liegt derzeit meist Anfang Juli, ungefähr zwei Wochen nach der Juni-Sonnenwende. Das Perihel folgt Anfang Jänner, rund zwei Wochen nach der Dezember-Sonnenwende. Diese Nähe wirkt wie ein festes Muster, hängt aber mit der heutigen Lage der Erdbahn zusammen.

Die Termine verschieben sich langsam. Mond und Planeten beeinflussen die Erdbahn über lange Zeiträume. Der Zeitpunkt verändert sich grob um einen Tag in 58 Jahren. Von Jahr zu Jahr kann das Datum ebenfalls leicht springen. Im Jahr 1246 fiel die Dezember-Sonnenwende mit dem Perihel zusammen. Für das Jahr 6430 erwarten Astronomen, dass das Perihel mit der März-Tagundnachtgleiche zusammenfällt.

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