Frust

Antonelli nach Silverstone-Drama bedient: "Es tut weh"

Mercedes-Mechaniker führen einen Boxenstopp mit Nasenwechsel an einem Formel-1-Auto durch.
© APA/AFP/POOL/PETER POWELL
Erneuter Defekt lässt Antonellis WM-Vorsprung schmelzen
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Der Formel-1-Tross hat Silverstone mit einer jubelnden Scuderia rund um Sieger Charles Leclerc sowie mit einem frustrierten WM-Spitzenreiter verlassen. Während der Monegasse Leclerc Ferrari am Sonntag den 250. Grand-Prix-Sieg bescherte, herrschte bei Mercedes-Pilot Kimi Antonelli Katzenjammer. Ein Schaden zwang den italienischen Teenager zum zweiten Mal in den vergangenen drei Rennen in die Knie und ließ seine WM-Führung schmelzen. "Es tut weh", meinte der 19-Jährige.

Noch aus dem Cockpit hatte Antonelli in einer chaotischen Schlussphase des Rennens verzweifelt SOS gefunkt - seinen defekten Silberpfeil bekam er aber nicht mehr in die Spur. "Das ist wirklich nur schwer zu akzeptieren", sagte der Italiener nach zwei späten, ungeplanten Boxenstopps und einer Fünf-Sekunden-Strafe wegen regelwidrigen Verlassens der Strecke.

Drama im Finish

Antonelli hatte zwar beim Start des Rennens seine Pole Position verloren. Nach einem hinausgezögerten Reifenwechsel war er aber drauf und dran, den führenden Leclerc noch abzufangen. "Das Rennen hätte episch enden können", meinte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Unseren Berechnungen nach hätte er Charles sechs Runden vor Schluss mit den frischeren Reifen abfangen können." Stattdessen entspann sich ein Drama - oder wie es die "Daily Mail" formulierte: "Kimi Antonelli erlebt katastrophale letzte zehn Runden."

Der Teenager bemerkte, dass an seinem Wagen etwas kaputtgegangen war. Er vermutete, dass bei der Fahrt über die Randsteine die Aufhängung gebrochen war. "Der Wagen war unfahrbar", berichtete Antonelli, der in der WM-Wertung nur noch 25 Punkte Vorsprung auf seinen am Ende zweitplatzierten Teamkollegen George Russell hat. Offenbar war ein Carbonteil an der vorderen Radabdeckung abgebrochen. Der erste Not-Stopp mit Austausch der Front brachte nicht die Lösung, Antonelli musste ein zweites Mal an die Box. Er gab nicht auf, blieb auf der Strecke - ohne Happy End und als 15. ohne Punkte.

Ferrari feiert

Nutznießer war diesmal Leclerc, der erstmals seit Oktober 2024 wieder ein Rennen für sich entschied und gleichzeitig Ferrari einen Jubiläumssieg schenkte. Ihr erstes Formel-1-Rennen hatten die Italiener ebenfalls in Silverstone 75 Jahre zuvor gewonnen. "Es ist ein unglaubliches Gefühl", sagte Leclerc. "Nach den letzten Wochen, die besonders schwierig waren, nun zu gewinnen, macht mich unglaublich glücklich."

© Getty Images

Leclercs Stallrivale Lewis Hamilton wiederum wurde vor seinen Heimfans Dritter. Als WM-Dritter hat er vor den nächsten Rennen in Belgien und Ungarn am 19. und 26. Juli auch nur noch 32 Punkte Rückstand auf Antonelli. Ferrari ist somit wieder mittendrin im WM-Kampf.

Mercedes und die Zuverlässigkeit

Mercedes macht indes die Zuverlässigkeit zu schaffen. "Es ist ein hartes Entwicklungsrennen", konstatierte Teamchef Wolff. Nicht nur Antonelli hat es in dieser Saison getroffen. Auch Russell musste schon in Monaco seinen defekten Boliden abstellen. Antonellis Wagen wird nun genau unter die Lupe genommen, denn mit den Defekten soll nun endlich Schluss sein. Sonst sinken auch die Chancen auf die Weltmeisterschaft.

"Peinlich, schlecht", lautete indessen Max Verstappens Rennfazit. Der Niederländer war im Red Bull kurz vor Schluss nach einem Ausflug ins Kiesbett ausgeschieden. "Ich bin ja nicht abergläubisch, aber ich komme mir vor, als hätte ich eine schwarze Katze überfahren", meinte Verstappen im niederländischen Fernsehen über seine derzeitige Situation mit dem ehemaligen Weltmeisterteam. "Ehrlich, ich hasse diesen Wagen", sagte der 28-Jährige, der über die Balance im Auto und fehlenden Topspeed klagte.

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