Tickende Zeitbombe

Bomben-Gefahr im Föhrenwald

Immer wieder lodern Flammen aus Wurzelstöcken auf
© BFKDO Neunkirchen
Nach den Sommerbränden sucht St. Egyden die gefährlichsten Munitionsstellen im Wald. Die Suche startet noch im Oktober.
OE24 auf Google bevorzugen

"Meine Frau leidet sehr darunter, wir haben immer Angst", sagt Anrainer Helmut Walenta. Im August schlugen die Flammen bis in seinen Garten – nur mit "viel Glück" blieb sein Haus verschont.

Das Problem: Im Boden liegen Tonnen brandgefährlicher Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg. Eine komplette Räumung ist unmöglich.

Hotspots aufspüren

Experten des Bundesheeres und der Forstbehörde suchen jetzt die gefährlichsten Flächen. "Sind es zehn oder 40 Hektar, wir haben keine Ahnung", sagt Bürgermeisterin Christa Tisch.

Die Gemeinde plant zudem bis zu 30 Meter breite Sicherheitszonen und einen neuen Löschteich.

Feuer-Kultur

Waldbrandforscher Mortimer Müller (BOKU) fordert mehr Laubbäume, Brandschneisen und kontrolliertes Abbrennen – dafür braucht es aber neue Gesetze.

Auch Hausbesitzer sind gefragt: Thujen bis zum Dach, verstopfte Dachrinnen und Holz unter der Traufe sind ein Risiko, weil der Wind Funken hunderte Meter weit trägt.

Tempo machen

Waldbesitzer sollen ihren Bestand die nächsten fünf Jahre beobachten, weil unklar ist, ob auch die Wurzeln abgestorben sind. Die Bürgermeisterin drückt aufs Tempo: "Man muss jetzt handeln."

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden