Excalibur sperrt zu

Club-Betreiber rechnet mit Jugend ab

Nach 28 Jahren voller legendärer Partys schließt die oststeirische Disco "Excalibur" in Greinbach bei Hartberg. Weil die Gäste ausblieben, zieht der Geschäftsführer nun einen Schlussstrich.
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Aus. Schluss. Vorbei. Die Disco "Excalibur" in Greinbach schließt am kommenden Samstag endgültig ihre Pforten. Am Freitag, 10. Juli, und am Samstag, 11. Juli, wird zum letzten Mal in der Kult-Disco gefeiert. Für das jüngere Publikum von 12 bis 16 Jahren findet am Samstag, 11. Juli, von 16:00 bis 19:00 Uhr das letzte "Next Generation Clubbing" mit Alkohol- und Zigaretten-Verbot statt. "Es ist zurzeit einfach viel zu ruhig", begründet Geschäftsführer Markus Gruber das für viele überraschende Ende. Mit dem Gedanken, zuzusperren, habe er schon seit Längerem gespielt, gefallen sei der Entschluss dann vergangene Woche.

Kritik am Verhalten der Jugend

Ein wirtschaftlicher Betrieb der Kult-Disco sei zurzeit nicht möglich, so Gruber, der auch Kritik an seinen jungen Gästen übt. Viele würden lieber daheim sitzen statt auszugehen. Ein frustrierter Club-Betreiber rechnet mit Jugend ab: "Die Jungen sollten weniger aufs Handy schauen und mehr fortgehen. Und diejenigen, die kommen, trinken leider lieber das Wasser aus dem Waschbecken im WC als an der Bar", ärgert er sich. Wobei es ihm nicht um den Alkoholkonsum gehe, sondern darum, dass überhaupt etwas getrunken wird. Bezeichnend dafür sei, dass etwa auch Aktionen und Gutscheine – wie ein Gratis-Getränk mit jeder Eintrittskarte – von vielen oft gar nicht eingelöst worden seien, so Gruber.

Corona-Nachwirkungen treffen Lokale

Mit seinen Schilderungen trifft er einen wunden Punkt der Nachtgastronomie. Vielerorts kämpfen Lokale ums Überleben oder haben bereits aufgegeben. Er sieht die Entwicklung auch als Nachwirkung von Corona. So fehle genau die Altersgruppe zwischen 20 und 25 Jahren, die vor sechs Jahren mit dem Fortgehen begonnen hätte. Jüngere kommen hingegen schon, meint Gruber, der das Nachtlokal erst Anfang des Jahres von den langjährigen Besitzern Markus Käfer und Matthias Kopper übernommen hat. Dass Gruber, der selbst 13 Jahre lang Stammgast im "Exl" war, wie er erzählt, ebendort den Schlüssel nun zum letzten Mal umdrehe, finde er nicht schön, aber man könne zurzeit nichts ändern. "Es ist eine schwierige Zeit für die Nachtgastro, aber irgendwann wird es wieder bergauf gehen." Für das "Excalibur" gilt das wohl nicht.

Zukunft der Liegenschaft völlig offen

Wie es mit der Disco, die er gepachtet hat, weitergeht, werde sich in den nächsten zwei bis drei Monaten zeigen, so Gruber. Gerüchten zufolge steht auch ein Abriss des Gebäudes im Raum. Unerwartet ist das Aus auch für die Eigentümer der Liegenschaft, der RAK GmbH. "Das ist auch für uns überraschend gekommen. Wir müssen nun schauen, was wir daraus machen", sagt Andreas Fuchs von der direkt benachbarten Firma "Bohrfuchs". Er ist einer von drei Gesellschaftern bei der RAK GmbH, die das Areal im Gewerbegebiet Greinbach vor einigen Jahren gekauft hat. Man wolle in den nächsten Monaten ausloten, welche Möglichkeiten es gebe. Ein Teil des ehemaligen Disco-Parkplatzes wird bereits als Lagerfläche für "Bohrfuchs" genutzt. Bevor die Discokugel abmontiert wird, wird aber noch einmal gefeiert: am Samstag unter dem Motto "This is the End". Beim jugendlichen Format kommen laut Gruber zwischen 150 und 300 Jugendliche, die nur Spaß haben wollen. Aber in Summe sei auch das zu wenig gewesen, um weiterzumachen.

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