Grazer Studie zeigt

Erstmal eine Tasse Kaffee! SO bekämpfen Ameisen Pilzinfektionen

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© Getty Images/iStockphoto
Kaffee ist für viele Menschen ein Zivilisationsgetränk. Ein Grazer Forschungsteam zeigt nun, dass auch Ameisen bewusst Koffein konsumieren, wenn sie an einer Pilzinfektion erkrankt sind.
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Kaffee ist eines der beliebtesten Zivilisationsgetränke und für viele Menschen auch in Österreich fixer Teil des Tagesablaufs. Doch auch Tiere konsumieren zum Teil bewusst Koffein. Wie ein Grazer Forschungsteam in einer neuen Studie im Fachjournal "Animal Behaviour" beschreibt, nehmen Ameisen mehr Koffein zu sich, wenn sie mit einer Pilzinfektion zu kämpfen haben. Das Team beobachtete das Verhalten am Beispiel einer auch in Österreich weit verbreiteten Waldameisenart (Formica fusca), die vom häufig auftretenden Pilzerreger befallen wurde.

Vielfältige Abwehrstrategien der Natur

Um Infektionen durch Krankheitserreger zu vermeiden, haben Organismen vielfältige Abwehrstrategien entwickelt. Bienen etwa können die Temperatur im Stock gemeinsam so erhöhen, dass Bakterien abgetötet werden. Andere soziale Insekten können ihre Nährstoffaufnahme anpassen. So fressen manche Insekten vermehrt proteinreiche Nahrung, um ihr Immunsystem zu stärken. Die in Graz lehrende Zoologin Dalial Freitak untersucht Ameisen, um die Mechanismen hinter der Immunabwehr besser zu verstehen. Es gibt die Vermutung, dass Pflanzen eine Quelle antimikrobieller Verbindungen sein könnten, die die Insekten mit der Nahrung zu sich nehmen.

Koffein als pflanzliche Medizin

Das könnte auch für die rund 80 Pflanzenarten weltweit gelten, die Koffein produzieren. Die Bohnen des Kaffeestrauchs, Teeblätter und, wenn auch in geringen Mengen, Kakao sind die häufigsten Koffeinquellen. Doch es kommt auch in manchen Pflanzen vor, von denen man das nicht unbedingt erwarten würde. "Im Mittelmeerraum zum Beispiel in Zitrusgewächsen", erklärt Dalial Freitak, Leiterin der Forschungsgruppe Insektengesundheit und -biologie an der Uni Graz.

Versuche im Grazer Labor

Für die Studie wurde das Koffein von dem Forschungsteam aus Graz und Oulu in Finnland den Insekten im Labor "serviert". Während gesunde Ameisen das Futter mit Koffein mieden, tendierten jene Ameisen, die vom Pilzerreger Beauveria bassiana befallen waren, zum koffeinhaltigen Futter. Und es zeigte sich, dass die erkrankten Tiere mehr von jener Nahrung fraßen, die eine für die Natur typische Konzentration von 100 Milligramm pro Kilogramm enthielt. Diese Dosis entspricht in etwa einem Zehntel des Koffeins eines Espressos. "Die Ameisen blieben länger aktiv und die Sterblichkeit verzögerte sich", berichtet Danae Nyckees, Doktorandin am Grazer Institut für Biologie.

Direkte Wirkung auf Pilz

Im nächsten Schritt wurde die direkte Wirkung des Koffeins auf den Krankheitserreger untersucht. Das Koffein zeigte eine antimykotische Wirkung: "Wir stellten fest, dass Koffein das Wachstum des Pilzes verlangsamte. Das könnte einen positive Effekt auf die Gesundheit der Tiere haben", schilderte Nyckees eines der Ergebnisse. Kaffee tut also offenbar nicht nur Menschen, sondern auch Tieren gut – in Maßen, wohlgemerkt, auch wenn Ameisen gehörige Mengen davon zu vertragen scheinen.

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