Über zwei Promille
Femizidversuch im OÖ: Verdächtiger stark alkoholisiert
Laut Staatsanwalt Alois Ebner hatte der festgenommene Mann mehr als zwei Promille Alkohol im Blut.
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Das Motiv sei "mit hoher Wahrscheinlichkeit" Eifersucht gewesen, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Ried am Samstag gegenüber der APA erklärte. Das Opfer sei ansprechbar gewesen und habe sich entsprechend eines Eifersucht-Motivs geäußert. Die Frau habe mit dem Täter eine langjährige Beziehung geführt, die zu Ende gegangen sei. "Sie dürfte einen neuen Partner haben."
Verdächtiger zum Tathergang weitgehend geständig
Der verdächtige Rumäne schilderte hingegen bei der Beschuldigteneinvernahme, dass er und die Frau nach einer Beziehungspause wieder zusammengekommen seien, sagte Staatsanwalt Ebner. Es sei aber noch ein anderer Mann im Spiel gewesen, habe der Beschuldigte erklärt, der zum Tathergang "weitgehend geständig ist".
Der Mann habe bereits gestern in seinen ersten Angaben über die Tat eine Tötungsabsicht durchaus zugestanden. Er sei mit 2,2 Promille stark alkoholisiert gewesen, sagte Ebner. In der Nacht vor der Tat habe sich der Verdächtige eigenen Angaben zufolge mit Whisky und anderen alkoholischen Getränken angetrunken. Am Freitag in der Früh traten das spätere Opfer, eine Polin, und der Rumäne ihren Dienst auf einem Pferdehof an. Der Verdächtige hatte auf dem Areal eine Wohnung. Die Frau soll bei ihm zeitweise gewohnt haben, wie der Beschuldigte erklärt hatte.
Streit bei der gemeinsamen Arbeit im Pferdehof
Bei der gemeinsamen Arbeit im Stall wurde das spätere Tatmesser zum Aufschneiden von Strohballen verwendet, wie der Staatsanwalt erklärte. In dem Stallbereich sei es zu einem Streit zwischen den beiden und der Messerattacke gekommen. Zwei minderjährige Kinder der Frau haben sich laut Ebner währenddessen in der Wohnung des Rumänen aufgehalten und von der Tat nichts mitbekommen.
Die Staatsanwaltschaft geht derzeit von einem versuchten Mord aus. Den bisherigen Ermittlungen zufolge soll der 37-Jährige mit dem Küchenmesser zweimal in den Rücken und einmal in den Oberarm der Frau gestochen haben. Der Verletzten gelang die Flucht in einen Nachbarort. Sie lief mehrere hundert Meter, der Täter soll sie mit dem Messer verfolgt haben.
Autofahrer verhinderte weiteren Angriff auf die Frau
Zwei vorbeikommende Verkehrsteilnehmer zogen die Frau in ihr Fahrzeug. Als der Verdächtige die Autotür öffnen und die Frau erneut angreifen wollte, verhinderte dies der Lenker, beschrieb die Polizei gestern die dramatischen Szenen. Es sei zu einem kleinen Gerangel zwischen Autofahrer und Täter gekommen, erklärte der Staatsanwalt. Der Autofahrer habe die Türe zugeschlagen und wegfahren können. Per Notruf wurde die Polizei alarmiert.
Beim Wegfahren habe der 37-Jährige noch mit dem Messer gegen die Heckscheibe gestochen, hieß es seitens der Polizei und der Staatsanwaltschaft. Anschließend fuhr er zurück zum Pferdehof. Einsatzkräfte nahmen den Mann anschließend widerstandslos in seiner Wohnung fest und stellten die mutmaßliche Tatwaffe sicher.
Zwei Kinder der Frau nach Polen zum Großvater gebracht
Die 30-Jährige erlitt schwere Verletzungen, akute Lebensgefahr bestand nicht. Sie wird in einem Krankenhaus in Linz medizinisch betreut. "Sie ist ansprechbar und wird Montag oder Dienstag einvernommen werden", sagte der Staatsanwalt. Mit Zustimmung der zuständigen Bezirkshauptmannschaft als Jugendwohlfahrtsträger befinden sich die beiden Kinder nun bei ihrem Großvater mütterlicherseits in Polen.
Am Samstagvormittag war der Beschuldigte noch in Polizeigewahrsam. Er soll im Laufe des Tages in die Justizanstalt Ried überstellt werden, wie der Staatsanwalt erklärte. "Wir werden einen U-Haft-Antrag stellen." Ebner geht davon aus, dass dem Antrag stattgegeben wird. In der kommenden Woche werde in der Causa weiter ermittelt.
(S E R V I C E - In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at; Österreichische Gewaltschutzzentren unter 0800/700-217; bei unmittelbar drohender Gefahr oder wenn die Intervention der Polizei vor Ort benötigt wird, ist die Polizei rund um die Uhr unter dem Notruf 133 erreichbar)
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