Lymphom
Gute Heilungschance: Marterbauer hat Lymphdrüsenkrebs
Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hat am Montag bekanntgegeben, dass er an Krebs erkrankt ist. Er werde "ab heute" im AKH Wien dagegen behandelt, bleibe aber im Amt. "Die Therapieeinheiten werden zusätzliche Termine in meinem dienstlichen Kalender sein und deshalb bisweilen zur Verschiebung des einen oder anderen Termins führen." Die Behandlung werde aber so geplant, "dass ich meiner Aufgabe und Funktion als Finanzminister unseres Landes voll nachkommen werde".
Auch interessant
Marterbauer gab seine Erkrankung am Montag via E-Mail an die Redaktionen des Landes bekannt. "In Österreich leben deutlich über 400.000 Menschen mit einer Krebsdiagnose. Seit kurzem bin ich einer davon", schrieb der Minister. "Es handelt sich bei meiner Diagnose um ein Lymphom. Eine Erkrankung, die in den letzten Jahren dank umfangreicher Forschung und des guten österreichischen Gesundheitssystems sehr gute Heilungschancen aufweist."
Gute Heilungschancen
Lymphdrüsenkrebs, medizinisch als Lymphom bezeichnet, ist eine Krebserkrankung des Lymphsystems, das eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr spielt. Grundsätzlich wird zwischen dem Hodgkin-Lymphom und den deutlich häufigeren Non-Hodgkin-Lymphomen unterschieden. Die Erkrankung kann Menschen jeden Alters betreffen, tritt jedoch je nach Unterform unterschiedlich häufig auf.
Typische Anzeichen sind schmerzlos geschwollene Lymphknoten – meist am Hals, in den Achseln oder in der Leiste. Hinzu kommen häufig sogenannte B-Symptome wie Fieber, starker Nachtschweiß und ungewollter Gewichtsverlust. Manche Betroffene leiden außerdem unter Müdigkeit, Juckreiz oder einer erhöhten Infektanfälligkeit.
Die Behandlung richtet sich nach der Art des Lymphoms, dem Stadium der Erkrankung und dem allgemeinen Gesundheitszustand. Zum Einsatz kommen häufig Chemotherapie, Strahlentherapie sowie moderne Immuntherapien und zielgerichtete Medikamente. In bestimmten Fällen kann auch eine Stammzelltransplantation notwendig sein. Dank großer medizinischer Fortschritte haben sich die Heilungs- und Überlebenschancen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert.
Die Sterblichkeit hängt stark von der jeweiligen Form des Lymphoms ab. Das Hodgkin-Lymphom gehört heute zu den am besten behandelbaren Krebserkrankungen: Mehr als 80 bis 90 Prozent der Patienten können dauerhaft geheilt werden, insbesondere wenn die Krankheit früh erkannt wird. Bei den Non-Hodgkin-Lymphomen ist die Prognose unterschiedlich. Langsam wachsende Formen verlaufen oft über viele Jahre, sind aber nicht immer heilbar, während aggressive Lymphome zwar rasch behandelt werden müssen, mit einer intensiven Therapie jedoch häufig ebenfalls gute Heilungschancen bieten. Entscheidend für den Behandlungserfolg sind eine frühzeitige Diagnose und eine individuell abgestimmte Therapie.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden