F1-Aufreger

Hirscher hat Hamilton am Beifahrersitz

Starpower: Marcel Hirscher am Steuer, Lewis Hamilton schützt sich mit Sonnenschirm.
© gepa
Wenn das kein Blickfang im Vorfeld des Österreich-GP in Spielberg ist: Ski-Rekordchampion Marcel Hirscher pilotierte F1-Rekordweltmeister Lewis Hamilton.
OE24 auf Google bevorzugen

Über 100.000 Fans am Red Bull Ring trauten ihren Augen nicht: Bei der Fahrerparade saß Rekord-Weltmeister Lewis Hamilton in einem im Ferrari-Style herausgeputzten KTM-X-Bow-Boliden. Am Steuer: Ski-Superstar Marcel Hirscher.

Hirscher über Ski-Zukunft: "Zehn Prozent fehlen noch"

Wenige Augenblicke später drückte der Neo-Holland-Rennläufer Hirscher Landsmann Max Verstappen (Red Bull) die Daumen: "Ich glaub schon, dass hier einiges geht bei ihm."

Und was geht bei Hirscher im Hinblick auf das geplante Comeback 2.0?

Der 37-Jährige erklärt: "Zehn Prozent fehlen noch. Ich habe ordentlich pausieren müssen, hatte starke Schmerzen um den Jahreswechsel."

Dass Kreuzbandrisse Sportlern mitunter zu längeren Pausen zwingen, habe Hirscher immer gewusst: "So schlimm wie bei Alaba, bei dem es auch ewig gedauert hat, ist es bei mir nicht. Aber es ist ein bissl eine schmerzhafte Angelegenheit." Er sei seit 2. Februar keinen Ski-Schwung mehr gefahren, sein Comeback-Projekt will er trotzdem nicht aufgeben: "Es wäre für mich wieder schön, das Gefühl zu haben, dass ich wieder ordentlich Gas geben kann."

Gas geben? Schmerzen machten es unmöglich

"Das war letztes Jahr einfach nicht möglich mit den Schmerzen. Das war immer so eine lauwarme Partie," so Hirscher.

Hirschers Comeback-Saison nach fünfeinhalb Jahren Pause hatte Anfang Dezember 2024 ein jähes Ende gefunden: Kreuzbandriss im linken Knie. Nach der Reha traten Sehnen-Probleme im betroffenen Knie auf. Die heißt es jetzt in den Griff zu bekommen.

Hirscher: "Minimale Fortschritte sind da." Es gehe jetzt vor allem um Kraft und um Symmetrie. "Ob es dann wirklich wieder so wird, dass ich sage, jetzt ist es wieder so, wie es sein muss, das werden wir sehen."

Der achtfache Gesamtweltcup-Sieger trainiert jeden Tag und kommt nach eigenen Aussagen auf 20 bis 25 Stunden in der Woche. Das Vorbereitungscamp in Neuseeland mitzumachen, werde sich"eher nicht" ausgehen. Schließlich ist da auch der Van-Deer-Job.

Mit seiner Skifirma hat der Firmengründer zudem noch eine weitere Herausforderung im Alltag. Die Kombination aus beiden Welten sei schon schwer darstellbar, betonte er. Aber: "Der Fokus liegt definitiv auf dem Comeback und dem Gesundwerden."

Schwierige Zeiten für Van Deer

Obwohl im letzten einsehbaren Jahresabschluss (2024) ein Bilanzverlust von 18 Millionen für Van Deer steht, bezeichnete Hirscher die wirtschaftliche Lage des Unternehmens als "extrem gut, auch wenn die Anfangsverluste wild ausschauen". Man müsse irgendwann wegstarten, "das Joint Venture mit Red Bull macht natürlich auch vieles möglich.

Nach dem Abgang von Aushängeschild Henrik Kristoffersen ("er hat extrem geliefert"), will Van Deer aus dem neuen Headquarter in Scheffau am Tennengebirge die nächste Generation an Läufern heranführen. Hirscher: "Wir werden nicht mehr so am Fließband die Podien einfahren. Es wird wahrscheinlich ein, zwei Jahre dauern."

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden