Steppenlandschaft

Hitze setzt Wiens Grünflächen massiv zu

Mann fährt Fahrrad an der alten Donau in Wien, das Gras ist trocken und braun.
© Roman Fuhrich
Die Hitze zwingt die Stadtgärten zum Sparen. Grünflächen bleiben vielerorts braun, weil Personal und Wasser vor allem für junge Bäume und Blumen eingesetzt werden.
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Braune Wiesen statt sattgrünem Rasen. Viele Parks und Freiflächen etwa entlang der Donau gleichen derzeit einer Steppenlandschaft. Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzt den Grünflächen deutlich stärker zu als in den vergangenen Jahren. Eine flächendeckende Bewässerung ist für die Wiener Stadtgärten allerdings nicht machbar. "Bei heißem Wetter ist es nicht möglich, überall in Wien grünes Gras zu erhalten", teilten die Stadtgärten gegenüber dem ORF mit. Das verfügbare Wasser und die Arbeitskräfte werden deshalb dort eingesetzt, wo die Trockenheit langfristige Schäden verursachen könnte.

Jungbäume haben Vorrang

Oberste Priorität haben junge Bäume, deren Wurzeln noch nicht tief genug in den Boden reichen. Sie werden derzeit zweimal pro Woche gegossen. Rasenflächen bleiben hingegen weitgehend sich selbst überlassen.

Nach Angaben der Stadtgärten erholen sich Wiesen und Rasen nach Hitzeperioden üblicherweise rasch wieder. Dauerhafte Schäden seien daher nicht zu erwarten. Sobald ausreichend Regen fällt und die Temperaturen sinken, dürften sich viele der braunen Flächen wieder regenerieren.

Menschen baden und entspannen an der ausgetrockneten Uferböschung der Alten Donau in Wien.
© Roman Fuhrich

Bereits Ende Juni hatte die Stadt Maßnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung eingeleitet. Die Bewässerung der Parks wurde eingeschränkt, Straßen werden seither teilweise ohne Wasser gereinigt. Auch die Bevölkerung wurde zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen.

400.000 Liter Wasser pro Tag

Blumenbeet am Karlsplatz in Wien wird bewässert.
© Roman Fuhrich

Trotz der Einschränkungen sind täglich rund 150 Beschäftigte unterwegs, um Bäume und Blumen mit Wasser zu versorgen. Dabei werden pro Tag rund 400.000 Liter eingesetzt. Unterstützung erhalten die Stadtgärtner durch etwa 25.000 Bewässerungssäcke. Sie werden rund um die Stämme junger Bäume befestigt und geben das eingefüllte Wasser innerhalb von sechs bis acht Stunden langsam an den Boden ab.

Bei neu angelegten Parks und frisch gepflanzten Straßenbäumen kommen zunehmend automatische Bewässerungsanlagen zum Einsatz. Auch das Schwammstadt-Prinzip soll helfen. Dabei wird der Untergrund so aufgebaut, dass Regenwasser länger gespeichert wird und den Pflanzen auch während trockener Phasen zur Verfügung steht.

Mehr Grün bringt mehr Arbeit

Zusätzlichen Aufwand verursacht die zunehmende Entsiegelung. In den vergangenen fünf Jahren wurden mehr als 500.000 Quadratmeter Asphalt in Grünflächen umgewandelt. Diese Flächen müssen gepflegt, bepflanzt und bewässert werden. Stadtgartendirektor Karl Hawliczek sieht deshalb zusätzlichen Personalbedarf. Dieser ergebe sich vor allem aus der wachsenden Zahl an Grünflächen, die durch die Entsiegelung neu geschaffen worden seien.

Für dauerhaft grünen Rasen reichen die vorhandenen Ressourcen während extremer Hitzeperioden dennoch nicht aus. Während viele Wiesen vorerst braun bleiben, konzentrieren sich die Stadtgärten auf jene Pflanzen, die ohne regelmäßiges Gießen den Sommer nicht überstehen würden.

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