Mythen-Check
Jo-Jo-Effekt: 3 Diät-Fallen, in die im Sommer fast jeder tappt
Der Sommer steht vor der Tür, und mit den steigenden Temperaturen wächst bei vielen der Wunsch, in letzter Sekunde noch schnell ein paar überschüssige Kilos zu verlieren. Um dieses Ziel im Eiltempo zu erreichen, greifen zahlreiche Menschen zu vermeintlich bewährten Methoden: Es werden gezielt Mahlzeiten ausgelassen, Kohlenhydrate komplett vom Speiseplan gestrichen oder Fette radikal reduziert. Doch diese klassischen Verzichtsstrategien helfen meistens nicht weiter. Sie sorgen in der Praxis eher für Verwirrung, anstatt einen ausgewogenen Lebensstil zu fördern. Ein genauerer Blick auf die drei bekanntesten Diät-Mythen zeigt, warum das so ist.
Mythos 1: DAS FRÜHSTÜCK AUSFALLEN LASSEN UND NACH 18:00 UHR NICHTS MEHR ESSEN
Häufig wird empfohlen, morgens auf das Essen zu verzichten oder abends nach einer bestimmten Uhrzeit keine Nahrung mehr aufzunehmen, um schnell Energie einzusparen. Dieser Ansatz greift jedoch zu kurz. Für den Erfolg einer Gewichtsreduktion ist nicht der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme entscheidend, sondern die gesamte Energiebilanz eines Tages – also das Verhältnis zwischen aufgenommener Energie und dem Verbrauch durch körperliche Aktivität.
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Wer das Frühstück streicht, riskiert zudem Heißhungerattacken und greift im Laufe des Tages oft zu deutlich kalorienreicheren Lebensmitteln. Eine Mahlzeit am Morgen reguliert das appetitanregende Hormon Ghrelin und nutzt die Phase, in der der körpereigene Stoffwechsel am aktivsten ist. Auch das ständige Snacken zwischendurch sollte überdacht werden, da jeder Essensvorgang den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt und zur Ausschüttung von Insulin führt. Für das Abendessen gilt: Da der Körper die Funktionen, die Verdauung und den Stoffwechsel im Schlaf herunterfährt, ist ein Abstand von zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen ratsam – unabhängig von einer starren Uhrzeit. .
Mythos 2: KOHLENHYDRATE MACHEN DICK
Im Zuge von Diät-Trends gelten Kohlenhydrate oft als Hauptursache für Übergewicht. Dabei sind komplexe Kohlenhydrate neben Proteinen und Fetten ein essenzieller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Unterscheiden muss man vor allem bei der Qualität: Kurzkettige Kohlenhydrate – wie sie in Haushaltszucker, Weißmehlprodukten und Fertiggerichten vorkommen – sollten gemieden werden. Sie verursachen starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels, bringen den Stoffwechsel aus dem Takt und erhöhen langfristig das Risiko für Stoffwechselerkrankungen.
Im Gegensatz dazu stehen Vollkornprodukte. Sie liefern wichtige Ballaststoffe, Mineralstoffe sowie Spurenelemente, halten lange satt und unterstützen die Verdauung, während sie den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen. Dennoch führt der bloße Wechsel zu Vollkornprodukten nicht automatisch zu Gewichtsverlust, da auch hier am Ende des Tages die gesamte Energiebilanz negativ sein muss.
Mythos 3: FETT IST UNGESUND
Viele Menschen reduzieren während einer Diät ihre Fettzufuhr so drastisch, dass sie zu wenig Fett aufnehmen. Dabei kommt es auch hier ganz entscheidend auf das richtige Maß sowie die Qualität an. Sogenannte Transfettsäuren, welche überwiegend in industriell verarbeiteten Lebensmitteln zu finden sind, können problemlos weggelassen werden. Ganz anders verhält es sich mit essenziellen Fettsäuren wie den bekannten Omega-3– und Omega-6-Fettsäuren. Da der menschliche Körper diese nicht selbst produzieren kann, müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden. Hochwertige Quellen hierfür sind beispielsweise Nüsse, Samen, Avocados, aber auch Spinat und Linsen.
Radikale Verzichtsdiäten erzielen selten nachhaltige Ergebnisse und führen stattdessen meist direkt in den unerwünschten Jo-Jo-Effekt. Wer eine dauerhafte und langfristige Veränderung seines Körpers anstrebt, erreicht dies nicht durch extreme Verbote, sondern durch eine Kombination aus ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und einer realistischen, ganzheitlichen Herangehensweise.
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