Ärger auf Weststrecke
ÖBB-Ausfall: Kabelsalat statt Vogelalarm
Ein defektes Hochspannungskabel und nicht, wie ursprünglich angenommen, ein Vogel hat in der Nacht auf Sonntag eine Störung auf der Weststrecke bei St. Pölten verursacht. Der Zugverkehr war stundenlang unterbrochen gewesen. Das Kabel verlaufe erdverlegt vom Hauptbahnhof St. Pölten in ein technisches Werk der ÖBB, berichtete der ORF. Über dieses Kabel werde unter anderem eine Anlage versorgt, mit der Heizungs- und Klimaanlagen von Zügen überprüft werden.
Zunächst waren die ÖBB davon ausgegangen, dass ein Vogel in ein Schaltgerüst geraten sei und einen Kurzschluss verursacht habe. Kritik von Reisenden gab es an der Krisenkommunikation des Unternehmens. In diesem Zusammenhang hat die Stadt St. Pölten am Mittwoch eine Anfrage an die ÖBB gerichtet. Ziel sei es, Informationswege und -kontakte sowohl für Passagiere als auch die Stadt für die Zukunft zu verbessern, teilte Verkehrsstadtrat Michael Kögl (SPÖ) mit. Die ÖBB hatten bereits am Montag eingeräumt, dass bei der Auskunft für Fahrgäste in solchen Situationen "immer Optimierungspotenzial" bestehe.
Großer Ärger bei Fahrgästen
Der Kurzschluss war gegen 21 Uhr erfolgt, wonach der Zugverkehr bis circa 1:30 Uhr zum Erliegen kam. Wie der Kurier berichtete, wurde sogar ein Railjet per Diesellok in den Bahnhof St. Pölten geschleppt. Die Fahrgäste mussten rund eine Dreiviertelstunde lang warten, ehe sie den Zug verlassen durften.
Besonders bitter verlief die Reise für eine Frau, die nach St. Pölten wollte. Nach zwei Stunden Stillstand im Tullnerfeld erfuhr sie, dass es entgegen ersten Meldungen doch keinen Schienenersatzverkehr geben werde. Die Züge seien stattdessen ohne Halt in St. Pölten weitergeleitet worden. Um noch nach Hause zu kommen, organisierte sie sich selbst ein Taxi – um satte 160 Euro.
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