Einer Frau gelang im Villacher Stadtteil St. Georgen eine ganz besondere Aufnahme, die auf der Citizen-Science-Plattform www.naturbeobachtung.at für Aufsehen sorgt. Statt der klassischen grünen oder braunen Tarnfärbung sticht das dort dokumentierte Insekt mit einem intensiv rosa gefärbten Körper hervor. Hinter diesem optischen Phänomen steckt eine äußerst seltene genetische Farbmutation, die in der Fachwelt als Erythrismus bezeichnet wird.
Mutation von beiden Eltern
Diese spezielle Mutation sorgt dafür, dass im Körper des Insekts überwiegend das rote Pigment "Erythropterin" gebildet wird, während dunkle Farbpigmente fast vollständig fehlen. Damit diese auffällige Optik überhaupt sichtbar wird, muss das Tier die veränderte Genvariante von beiden Elternteilen erben. Wenn der Grashüpfer nur eine mutierte und eine gesunde Kopie des Gens besitzt, setzt sich das dominante Gen durch und das Tier behält seine ganz normale Färbung. Experten sprechen hierbei von einer rezessiv vererbten Mutation. Weil sich in der freien Natur nur in den allerseltensten Fällen zwei Träger genau dieser Genvariante paaren, gilt der Fund in Kärnten als absolute Rarität.
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Großer Nachteil im Alltag
So faszinierend der farbige Krabbelkünstler auch aussieht – für das Tier selbst bringt die auffällige Optik erhebliche Gefahren mit sich. Während die normalen grünen oder braunen Artgenossen in ihrer natürlichen Umgebung perfekt getarnt und vor Angreifern geschützt sind, stechen rosa Exemplare sofort ins Auge. Fressfeinde können sie dadurch viel leichter entdecken. Aus diesem Grund überleben viele der betroffenen Tiere das Erwachsenenalter nicht.
Lebensraum der Hüpfer
Die Insekten besiedeln vorzugsweise sonnige und offene Landschaften wie Wiesen, Weiden, Trockenrasen oder Wegränder. Die verschiedenen Arten benötigen eine abwechslungsreiche Vegetation, die sowohl dichte Grasbestände als auch offene Stellen im Boden bietet. Diese kahlen Bodenstellen sind wichtig, damit sich die dort abgelegten Eier durch die Sonne ausreichend erwärmen können. Die Gelege überdauern den Winter in einer natürlichen Entwicklungsruhe, bevor im darauffolgenden Frühjahr die Jungtiere – die sogenannten Nymphen – schlüpfen.
Wichtige Daten für Experten
Bei dem in Kärnten dokumentierten Exemplar handelt es sich um eine solche Nymphe. Der Fund zeigt die genetische Vielfalt der heimischen Insektenwelt, verdeutlicht aber auch die geringen Überlebenschancen solcher Farbvarianten in der Wildbahn. Wer selbst ein ungewöhnliches Insekt entdeckt, kann ein Foto davon auf der Plattform oder über die dazugehörige App hochladen. Diese Daten helfen Experten dabei, einen genauen Eindruck über das Vorkommen und die Verbreitung der Tiere zu gewinnen.
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