Tat gefilmt

Katze brutal getötet: Freispruch für Angeklagte

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Ein Video der furchtbaren Szenen sorgte österreichweit für Aufregung. Tierschützer kritisieren das Urteil massiv.
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Tirol. Nach einem erschütternden Fall von mutmaßlicher Tierquälerei in Tirol mussten sich heute vier Beschuldigte vor Gericht verantworten. Die Verhandlung wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt.

Vorwurf: Die Angeklagten im Alter zwischen 16 und 24 Jahren sollen Ende April in Brixen im Thale eine Katze namens "Schmotzer" misshandelt und getötet haben. Das Tier wurde mit einem Bolzenschussgerät und einer Schneeschaufel bearbeitet.

Das Innsbrucker Landesgericht sprach die vier Männer nach einer sehr kurzen Verhandlung frei. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Die Richterin sah weder "die äußere noch die innere Tatseite" der Tierquälerei verwirklicht, wie sie nach der eineinhalbstündigen Verhandlung erklärte.

Nach der Verkündigung des Freispruchs, zu dem die Staatsanwältin schließlich Rechtsmittelverzicht anmeldete, referierte die Richterin im Rahmen der Urteilsbegründung die Verantwortung der Angeklagten sowie die Argumentationslinie der Verteidigung in der vorangegangenen Verhandlung. Die angeklagten Einheimischen hatten im Prozess erklärt, das Tier am Straßenrand verletzt aufgefunden zu haben. Dann hätten sie den Kater getötet, um ihn von den Qualen zu "erlösen", aber jedenfalls nicht gequält, so die Richterin.

Aus diesem Grund habe einer der Angeklagten, der gelernter Metzger sei, ein Bolzenschussgerät aus dem Auto geholt und dieses schließlich auch betätigt. "Die Katze wurde zuvor in einen Hof gebracht und dort fixiert", führte die Vorsitzende zusätzlich aus. Nach dem Bolzenschuss sei mit einer Schaufel auf das Tier eingeschlagen und zusätzlich noch "zum Kehlschnitt angesetzt" worden.

Dem Kater nicht "mutwillig" Qualen zugefügt

Da es aber nicht eindeutig sei, dass das Tier nach dem Bolzenschuss überhaupt noch Schmerzen empfunden habe, sei der Tatbestand der Tierquälerei nicht verwirklicht, führte die Richterin aus. "Welcher Tierquäler setzt außerdem schon ein Bolzenschussgerät an", fragte sie in der Urteilsbegründung. "Für den Tatbestand der Tierquälerei braucht es jedenfalls eine rohe Misshandlung des Tieres mit dem Vorsatz, ihm mutwillig Qualen zuzufügen und es mutwillig zu töten", stellte die Richterin klar.

Dabei stützte sich das Gericht auch auf das Gutachten des Sachverständigen, der bei der Verhandlung zu Wort gekommen war. Laut diesem sei es unklar, ob das Tier nach dem Bolzenschuss überhaupt noch Qualen gelitten beziehungsweise Schmerzen empfunden habe. Die auf dem Video zu sehenden Zuckungen des Katers könnten dabei auch "unwillkürliche" und schlicht Muskelzuckungen sein, die nicht zwangsläufig auf Schmerzen hindeuteten.

Nach dem Urteil erklärte einer der Verteidiger der jungen Erwachsenen vor Journalisten, dass im Vorfeld eine regelrechte öffentliche "Vorverurteilung" der jungen Männer stattgefunden habe, spielte er auf massive Erregung auf Social Media an, die letztlich auch einen entsprechenden medialen Niederschlag zur Folge hatte.

Die Angeklagten hätten unter anderem Morddrohungen erhalten und einer von ihnen seinen Job verloren. Mit dem jetzigen Freispruch zeigte sich der Anwalt deshalb auch zufrieden. Einer der vier jungen Männer kam übrigens nicht nur mit einem Freispruch, sondern im für ihn zusätzlichen Anklagepunkt der Nötigung auch mit einer Diversion mit einer Probezeit von zwei Jahren davon. Er hatte einem der Angeklagten mit Konsequenzen für den Fall gedroht, dass dieser zur Polizei gehe. Den vier Männern hätte im Fall einer Verurteilung bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe gedroht.

Protest und Mahnwache vor Landesgericht

Begleitet wurde der Prozess von allerlei Aufregung vor dem Gerichtsgebäude. Eine Gruppe von rund 40 bis 50 Personen hatte sich in den Morgenstunden vor dem Landesgericht versammelt und hielt eine Mahnwache ab. Die Anwesenden trugen Plakate und eigens für den Prozess angefertigte T-Shirts. Damit wollten sie auf die Tierquälerei aufmerksam machen und forderten zugleich härtere Strafen. Zusätzlich wurden mehrere Kerzen vor das Gerichtsgebäude aufgestellt.

Unter den Protestierenden befand sich auch der ehemalige Innsbrucker Gemeinderatsabgeordnete Gerald Depaoli (Gerechtes Innsbruck), der ebenso mit einem Plakat sowie einem Leiterwagen voll mit Plüschtieren und Tirol-Fahne dazugestoßen war. Auf den Plakaten war unter anderem "Null Toleranz für Tierquäler", "Wir fordern härtere Strafen", "Seine Stimme hat man zum Schweigen gebracht, unsere nicht" oder "Gerechtigkeit für Schmotzer" (Name der Katze, Anm.) zu lesen. Die Mahnwache verlief friedlich, ohne dass die Polizei eingreifen musste.

Tierschützer gehen auf die Barrikaden

Für Tierschützer aus ganz Österreich ist das Urteil ein absoluter Skandal und nicht nachvollziehbar. "Nun haben Tierquäler einen Freibrief", schreibt der Verein "ICARA Tierrettung" nach den Freisprüchen auf Facebook. "Warum gibt es Gesetze, wenn sie nicht angewendet werden?"

Auch bei der Hundesuchhilfe Österreich ist die Wut groß. "Wir brauchen uns nicht wundern, wenn Österreich gerade den Bach runtergeht, bei solchen Richtern", heißt es dort auf den sozialen Medien.

"Der furchtbare Tod von Schmotzer bleibt ungesühnt", schreiben weitere Tierliebhaber auf "Tiere entlaufen/gefunden Steiermark".

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