Mehr Mitspracherecht

Kurz vor WM-Start: FIFA verkündet "bahnbrechenden" Deal

(FILES) FIFA President Gianni Infantino speaks during the 29th annual Milken Institute Global Conference at the Beverly Hilton in Beverly Hills, California on May 5, 2026. The World Cup kicks off on June 11 with FIFA betting that the enduring appeal of the greatest footballing show on earth can rise above anger at soaring ticket prices, an uneasy political climate in Donald Trump's America and the shadow of conflict in the Middle East. A record 48 teams and millions of fans are set to descend on the United States, Canada and Mexico for the first ever World Cup co-hosted by three nations, the largest and most logistically complex edition of the tournament ever staged. The action gets under way at Mexico City's iconic Estadio Azteca on June 11, with co-hosts Mexico taking on South Africa at 3:00 pm local time (1900 GMT), launching a sprawling, nearly six-week-long spectacle that will culminate in the final at New Jersey's 82,500-seat MetLife Stadium on July 19. (Photo by Patrick T. Fallon / AFP)
© APA/AFP/PATRICK T. FALLON
Der Fußballweltverband FIFA und die globale Spielergewerkschaft FIFPRO haben vor Beginn der Fußball-WM eine neue Kooperationsvereinbarung bekannt gegeben.
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Beide Seiten bezeichneten diese als "bahnbrechend". Die Spielervertreter erhalten demnach mehr Mitspracherecht bei Änderungen am Transfersystem sowie einen Beobachterstatus im FIFA-Rat. Weiters ist ein mit 20 Mio. Dollar dotierter Spielerfonds vorgesehen. Im Gegenzug werden rechtliche Schritte gegen die FIFA fallengelassen.

Das Abkommen, das bis Dezember 2031 gültig ist, erkennt die FIFPRO offiziell als weltweite Vereinigung der Profispieler an. Die Gewerkschaft ist künftig in den diversen Ausschüssen des Weltverbandes vertreten. Vorgesehen ist zudem eine Plattform, die Spielervertreter, Vereine und Ligen mit der FIFA zusammenbringt. Änderungen am globalen Transfersystem oder an den vorgeschriebenen Ruhezeiten erfordern künftig eine kollektive Vereinbarung.

Eine konkrete Maßnahme betrifft Spieler mit einem Jahresgehalt von maximal 150.000 Euro: Bei internationalen Transfers sollen diese künftig mit fünf Prozent an der Ablösesumme beteiligt werden. Die Vereinbarung sieht außerdem einen Fonds für die Jahre 2026 bis 2029 vor, um Spieler bei ausstehenden Gehaltszahlungen ihrer Vereine zu unterstützen. Enthalten sind auch Pläne zur Schaffung globaler Mindeststandards für Frauen-Nationalmannschaften.

FIFPRO stellt Rechtsmaßnahmen gegen FIFA ein

Die FIFPRO wiederum bekennt sich zum internationalen Spielkalender und unterstützt Regeln, die Vereine dazu verpflichten, Spieler für Länderspiele freizustellen. Zudem zieht sich die Gewerkschaft von allen laufenden Rechtsstreitigkeiten mit der FIFA zurück und ruft ihre nationalen Mitgliedsverbände auf, sich von der milliardenschweren Sammelklage der niederländischen Stiftung "Justice for Players" (JfP) zu distanzieren. FIFPRO-Mitglied in Österreich ist die Spielergewerkschaft Vereinigung der Fußballer (VdF). Diese hatte sich im Vorjahr der Klage - es geht um mehr Rechte von Fußball-Profis - angeschlossen. Das weitere Vorgehen in der Causa ist noch unklar.

Durch die Kooperation nähern sich FIFA und FIFPRO nach teils heftig geführten Konflikten vor allem in der Frage der Überlastung von Profis sowie von Transferregeln deutlich an. Die Gewerkschaft hatte unter anderem 2024 bei der Europäischen Kommission Beschwerde eingelegt. "Diese Vereinbarung stellt einen wichtigen Schritt nach vorne für den Fußball dar", sagte FIFPRO-Präsident Sergio Marchi. FIFA-Boss Gianni Infantino sprach von einer "neuen Ära".

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