Sexismus & Rassismus
Marktamt-Chef unter massivem Beschuss
Sexismus, Rassismus,
Wie die Wochenzeitung "Falter" am Dienstag aufdeckte, erheben zahlreiche Beschäftigte gravierende Vorwürfe gegen ihren obersten Chef. Seit acht Jahren leitet der 60-jährige Kutheil das Marktamt und trägt damit die Verantwortung für rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mittlerweile herrscht unter der Belegschaft pure Verzweiflung, weshalb sich Angestellte bereits mehrfach an den Unabhängigen Bedienstetenschutz gewendet haben.
Skandal-Auftritt bei der Weihnachtsfeier
Besonders ein Vorfall bei der betrieblichen Weihnachtsfeier im Jahr 2023 sorgt für Entsetzen. Der Marktamt-Chef soll sich minutenlang lautstark darüber beschwert haben, das N-Wort nicht mehr verwenden zu dürfen. Das Ganze geschah direkt neben einer Schwarzen Mitarbeiterin. Vier schockierte Angestellte verfassten daraufhin ein Protokoll und schalteten die Behörden ein.
Ein weiterer Mitarbeiter brach nach einer verbalen Attacke des Chefs in Tränen aus und befindet sich seitdem mit schweren Depressionen im Krankenstand. Der behandelnde Psychologe warnte im ärztlichen Attest ausdrücklich davor, dass jeder Kontakt mit der Dienststelle den Gesundheitszustand des Mannes drastisch verschlimmern würde.
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Volle Aktenschränke und tiefes Schweigen
Eine Kollegin, die eine sexuelle Belästigung durch einen Mitarbeiter melden wollte, wurde vom Amtsleiter laut dem Bericht spöttisch als "schiach" bezeichnet. Ein Personalvertreter spricht inzwischen offen von Aktenschränken voller Vorwürfe. Auch der Unabhängige Bedienstetenschutz bestätigte das Wissen über die Vorkommnisse, verweist jedoch auf die gesetzliche Verschwiegenheitspflicht.
Die Magistratsdirektion beteuert, die Lage ernst zu nehmen. Eine Beschwerde von 20 Beschäftigten wird aktuell von der Internen Revision geprüft. Die zuständige Vizebürgermeisterin und Stadträtin Bettina Emmerling (Neos) soll laut einer internen E-Mail bereits mit Betroffenen gesprochen haben.
Gegenüber dem "Falter" äußerten sich weder Emmerling noch SPÖ-Stadträtin Ulli Sima. Sima war 2018 für die Bestellung Kutheils verantwortlich. Auch Kutheil selbst gab keine Stellungnahme ab.
FPÖ fordert Aufklärung
Die gegen den Leiter des Wiener Marktamts erhobenen Vorwürfe machen fassungslos. Sollten sich diese Anschuldigungen bestätigen, wäre das ein beispielloses Führungsversagen innerhalb der Stadt Wien“, zeigt sich Wiens FPÖ-Landesparteiobmann Dominik Nepp erschüttert. Besonders schwer wiege der Umstand, dass die Vorfälle seit Jahren bekannt und teilweise sogar aktenkundig gewesen sein sollen. Nepp fordert nun eine lückenlose und unabhängige Aufklärung aller Vorwürfe sowie die Offenlegung, seit wann welche Stellen innerhalb der Stadt Wien über die Missstände informiert waren.
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