Mond-Schock

Mega-Krater alarmiert Forscher

© Getty Images/iStockphoto
Ein Brocken so groß wie ein drei- bis sechsstöckiges Gebäude raste auf den Mond und hinterließ ein gewaltiges Loch. Der Krater ist 222 Meter breit und rund 43 Meter tief – und könnte wichtige Hinweise für die Zukunft der Raumfahrt liefern.
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Entstanden ist der heute "McGetchin" genannte Krater bereits zwischen dem 11. April und dem 22. Mai 2024. Entdeckt wurde er aber erst deutlich später. Forscher verglichen Aufnahmen der NASA-Sonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" (LRO) und stellten fest: Auf älteren Bildern war die Stelle noch ohne Krater zu sehen, auf späteren Aufnahmen klaffte dort plötzlich das riesige Loch.

Mit einem Durchmesser von 222 Metern ist McGetchin der größte neu entstandene Krater, der während der bisherigen LRO-Mission entdeckt wurde. Ein Einschlag dieser Größenordnung ist laut den Forschern äußerst selten und dürfte sich auf dem Mond etwa nur einmal in 130 Jahren ereignen.

Nicht nur das Loch ist gewaltig

Der Einschlag veränderte offenbar eine deutlich größere Fläche als nur die unmittelbare Kraterstelle. Rund um den Krater finden sich große Mengen ausgeworfenen Gesteins und Staubs. Messungen des LRO-Instruments "Diviner" zeigen außerdem, dass sich die Mondoberfläche in einem mehrere Kilometer großen Bereich nachts anders abkühlt als zuvor.

Eine mögliche Erklärung: Durch die enorme Wucht wurde der lockere Mondboden aufgewühlt und großflächig umgelagert. Genau diese Veränderungen machen den frischen Krater für die Wissenschaft besonders interessant.

Könnte das für Mondmissionen gefährlich werden?

Der Fund wirft auch Fragen für die zukünftige Raumfahrt auf. Auf dem Mond gibt es keine Atmosphäre, die kleinere Gesteinsbrocken abbremst oder zerstört. Einschläge können deshalb mit enormer Geschwindigkeit erfolgen und Material weit über die eigentliche Einschlagstelle hinaus schleudern.

Das bedeutet allerdings nicht, dass derzeit eine konkrete Mondmission oder eine geplante Mondbasis gefährdet ist. Vielmehr zeigt McGetchin, mit welchen natürlichen Risiken langfristige Aufenthalte auf dem Mond rechnen müssen. Auch die LROC-Forscher betonen, dass zukünftige langlebige Infrastruktur gegen Einschläge und herumfliegendes Material ausgelegt werden muss.

Ein einzigartiges Experiment im All

Für die Forscher ist McGetchin deshalb ein Glücksfall. Bei den meisten Mondkratern liegen die Einschläge Millionen oder sogar Milliarden Jahre zurück. Was unmittelbar danach mit der Oberfläche passiert ist, lässt sich dort kaum noch nachvollziehen.

Bei McGetchin kennen die Wissenschaftler dagegen den ungefähren Zeitpunkt des Einschlags und verfügen über Aufnahmen vor und nach dem Ereignis. Damit können sie verfolgen, wie ein gewaltiger Einschlag die Mondoberfläche verändert – und daraus möglicherweise wichtige Erkenntnisse für die Planung künftiger Mondmissionen gewinnen.

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