Nie zu spät
Mit 93 Jahren: Grazer Architekt holt sich den Doktortitel
Der Grazer Architekt Eugen Gross hat mit 93 Jahren seinen Doktortitel an der TU Graz erhalten. Er ist der älteste dokumentierte Promovend Österreichs seit dem Jahr 2000. Mit 90 Jahren entschied sich Eugen Gross, das Doktoratsstudium an der TU Graz zu beginnen, das er nach sechs Semestern erfolgreich abschloss. Seine Dissertation widmete er der Terrassenhaussiedlung in Graz-St. Peter, einem Meilenstein der österreichischen Architektur der 1970er-Jahre. Das wissenschaftliche Interesse des Architekten, der als Mitbegründer der "Werkgruppe Graz" bekannt ist, konzentrierte sich auf städtebauliche Utopien. An seiner Seite standen Weggefährten wie Friedrich Groß-Rannsbach und Werner Hollomey, mit denen er zahlreiche Projekte umsetzte.
Die Bedeutung der Arbeit
Die Terrassenhaussiedlung in Graz, deren Entwurf und Ausführung zwischen 1965 und 1978 stattfand, erlangte internationale Beachtung als Ikone des österreichischen Brutalismus. Gross widmete seine Dissertation unter dem Titel "ARCHAEA URBANA" der städtebaulichen Philosophie hinter dieser Großwohnanlage und brachte jahrzehntelange Erfahrung und wissenschaftliche Neugier mit ein. Sein Werk wird als Beitrag zur Architekturgeschichte gewürdigt, wie Rektor Horst Bischof laut der Originalquelle hervorhob: "Wissenschaftliche Neugier und Kreativität kennen keine Altersgrenzen."
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Ein Leben für die Architektur
Eugen Gross wurde 1933 in Ostschlesien geboren und kam 1945 nach Österreich. Er studierte in Graz und Salzburg, bevor er an verschiedenen Hochschulen lehrte, darunter die Washington University in den USA. Sein Engagement in der Lehre und Praxis der Architektur prägte Generationen von Architekten.
Die Würdigung seiner Doktorarbeit mit 93 Jahren fällt in eine Karriere, die die österreichische Architektur maßgeblich beeinflusst hat.
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