Southampton
Nach Mord an Henry (18): Rechtsextreme Krawalle erschüttern England
Hunderte Menschen waren am Dienstagabend einem Aufruf des Rechtsextremen Tommy Robinson gefolgt, um wegen eines krassen Polizeifehlers im Zusammenhang mit dem Mord an dem 18-jährigen Studenten Henry Nowak zu demonstrieren. Sie werfen der Polizei umgekehrten Rassismus vor, also eine Benachteiligung der weißen Mehrheitsbevölkerung.
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Am späteren Abend kam es teilweise zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auf Videos, die im Internet kursieren, ist zu sehen, wie Mülltonnen, Warnkegel und andere Gegenstände auf Polizisten geschleudert werden. In verschiedenen Clips sieht man, wie Beamte in Schutzausrüstung eine aufgebrachte Menschenmenge mit ihren Schilden zurückdrängen. Berichte über Verletzte gab es zunächst keine.
Die Szenen in Southampton seien "komplett inakzeptabel", schrieb Mahmood auf der Plattform X. Es gebe keine Rechtfertigung, die Tragödie zum Vorwand zu nehmen, um Gewalt und Unruhe zu schüren. Den Verantwortlichen drohte sie mit der ganzen Härte des Gesetzes. Sie dankte der Polizei, die "großen Mut und Ruhe angesichts beschämender Gewalt gezeigt hat, die gegen sie gerichtet war".
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Weitere Ausschreitungen befürchtet
Die Verurteilung des Täters im Mordfall Henry Nowak in dieser Woche hatte eine Debatte ausgelöst. Konservative und rechtspopulistische Politiker sehen in dem Vorfall einen Beleg dafür, dass Bemühungen zur Bekämpfung von Rassismus in der Polizei zu einer Benachteiligung der weißen Mehrheitsbevölkerung führen. Liberale und Linke wittern hingegen eine Kampagne, die verschiedene Bevölkerungsgruppen gegeneinander aufwiegeln soll.
Der verurteilte Mann aus der Sikh-Gemeinschaft hatte Nowak im Dezember 2025 mit einem Messer tödlich verletzt, bevor er sich gegenüber der Polizei als Opfer eines rassistisch motivierten Angriffs darstellte.
Wie in einem erschütternden Video einer Bodycam zu sehen ist, legen die Beamten dem sterbenden Mann Handschellen an, obwohl er mehrmals sagt, dass er niedergestochen wurde und nicht atmen kann. Ihm wird aber kein Glauben geschenkt. Er stirbt noch am Tatort. Das Vorgehen soll nun von der Aufsichtsstelle für Polizeiverhalten untersucht werden. Befürchtet wird jedoch, dass es zu weiteren Ausschreitungen kommen könnte. Vor zwei Jahren war es im Sommer zu wochenlangen rassistisch motivierten Krawallen gekommen.
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