Dabei geht es auch um die Frage, wie man am Montag (ab 19 Uhr im oe24-LIVE-TICKER) in Dallas Lionel Messi in Schach halten kann. Durch Manndeckung könne der achtfache Weltfußballer nicht unter Kontrolle gebracht werden, es bedürfe einer kollektiven Anstrengung, betonte Teamchef-Assistent Stefan Oesen.
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Manndeckung habe gegen Messi "überhaupt keinen Sinn, weil er überall auf dem Feld ist. Er überlagert im Zentrum, dann lässt er sich fallen", erklärte Oesen. Deshalb müsse man "Mehrkämpfe herstellen, damit du als Einzelner mehr Risiko im Duell nehmen kannst, weil du weißt, es kommt noch ein Zweiter dazu". Komplett aus dem Spiel nehmen könne man den dreifachen Torschützen vom 3:0-Auftaktsieg gegen Algerien ohnehin nicht. "Die eine oder andere Situation wird er kriegen. Da müssen wir versuchen, eng am Mann zu sein und den freien Schuss zu verhindern", sagte der 41-Jährige.
Sobald Messi in Richtung Tor ziehen kann, wird es brenzlig. "Wenn er einen freien Fuß hat 25 Meter aufwärts, ist es fast wie ein Elfer", warnte Oesen. Dass sich der bald 39-Jährige praktisch gar nicht am Spiel gegen den Ball beteiligt, birgt Gefahr für das ÖFB-Team. Oesen: "Dadurch ist er extrem gefährlich, weil er in dem Moment, in dem du den Ball verlierst, eine perfekte Umschaltposition einnimmt. Er bildet fast so etwas wie den Restangriff."
Messi sucht eher Doppelpass als Dribbling
Daher sei es "schwierig, dass du mutig in der Positionierung bist, weil du immer im Hinterkopf haben musst: Wenn du den Ball verlierst, ist Messi in einer extrem guten Position", so Oesen. Der Assistenzcoach stellte einen Wandel in Messis Spiel im Lauf der Jahre fest. "Ich finde, dass er nicht mehr so wie in seiner ersten Barcelona-Zeit extrem viel ins Dribbling geht, sondern 'give and go' macht und sich in der Roten Zone so positioniert, dass er zu seinen Abschlüssen kommt."
Man werde sich im Vorfeld der Partie allerdings nicht ausschließlich mit Messi beschäftigen, meinte der Sportwissenschafter. "Es wird keine Sitzung über Lionel Messi geben." Vielmehr konzentriere man sich auf die komplette argentinische Mannschaft, bei der laut Oesen auch das Dreier-Mittelfeld Rodrigo De Paul, Alexis Mac Allister und Enzo Fernandez herausragt. "Sie können extrem gut Takt geben. Wichtig ist, dass du permanent auf Spannung bist und Druck auf den Ball ausübst."
Im Gegensatz zu Jordanien handelt es sich bei Argentinien um ein Team, das den Ballbesitz sucht. Dadurch steigt die Chance auf schnelle ÖFB-Gegenstöße. "Man hat schon bei der EM gegen Frankreich und die Niederlande gesehen, dass es uns liegt, wenn es Räume und Umschaltsituationen gibt. Darüber definieren wir uns ja auch", erklärte Oesen.
ÖFB-Team hat gegen Argentinien "viel zu gewinnen"
Ein weiterer Vorteil sind die drei Punkte auf dem Konto und die Tatsache, dass Österreich diesmal im Gegensatz zum Jordanien-Spiel (3:1) als krasser Außenseiter gilt. "Wir sind in einer komfortablen Situation. Wir spielen gegen den Weltmeister, der im ersten Spiel überzeugt hat", sagte Oesen. Es gebe "viel zu gewinnen".
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In puncto Aufstellung sind noch einige Fragen offen - so etwa, ob Konrad Laimer wie gegen Jordanien in die Zehnerrolle schlüpfen wird. "Dass wir nicht so viele Aktionen im Zehnerraum hatte, ist nicht daran gelegen, dass er sie nicht verarbeiten konnte, sondern dass wir den Raum nicht perfekt bespielt haben in der ersten Hälfte", sagte Oesen. "Ich finde, dass er es perfekt gemacht hat, und die Umstellung in der zweiten Hälfte (Anm.: Laimer war dann Außenverteidiger), wo er mehr Wiese vor sich hatte, hat gut gepasst. Insgesamt finde ich, dass es ein sehr runder Auftritt von ihm war."
Nicht nur über die Laimer-Rolle, auch über viele andere Positionen wird im ÖFB-Trainerteam laufend debattiert - und das "überraschend harmonisch", wie Oesen berichtete. Teamchef Ralf Rangnick sei zwar der Chef, aber stets diskussionsbereit. "Es gibt kein Denkverbot. Über Meinungen wird nie drübergefahren."
Erfolgserlebnis gegen Jordanien durch Standardsituation
Oesen ist bei der ÖFB-Auswahl unter anderem für die Standardsituationen zuständig und durfte daher gegen Jordanien einen persönlichen Erfolg für sich verbuchen, schließlich fiel das vorentscheidende 2:1 aus einem Corner. "Wir haben die Phase im März-Lehrgang und jetzt bis zum Tunesien-Match gut für Standards-Training genützt", meinte Oesen. Rangnick sei sich der Bedeutung von ruhenden Bällen bewusst. "Wenn ich Trainingszeit für Standardsituationen einfordere, hat er noch nie nein gesagt."
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