Aufdringlich

Pfand-Bettler sorgen in Parks für Unmut

Hand wirft grüne Plastikflasche in einen gelben Müllsack im Freien.
© Getty Images
Pfandflaschen sind für viele Menschen ein Zusatzverdienst. In Wiener Parks und auf der Donauinsel sorgen hartnäckige Sammler jedoch zunehmend für unangenehme Situationen.
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Seit der Einführung des Einwegpfands vor eineinhalb Jahren hat sich in Wien eine neue Form des Bettelns entwickelt. Vor allem in Parks, auf der Donauinsel und an anderen stark besuchten Plätzen werden Menschen gezielt nach leeren Flaschen und Dosen gefragt. Immer öfter soll es dabei zu unangenehmen Situationen kommen, wie der ORF berichtet.

Laut einer repräsentativen Umfrage sammeln österreichweit knapp 230.000 Menschen Pfandgebinde, um ihr Einkommen aufzubessern. Viele suchen in Mistkübeln nach Flaschen und Dosen. Andere sprechen Passanten direkt an, noch bevor diese ihr Getränk ausgetrunken haben.

Nein muss akzeptiert werden

Der Polizei ist bekannt, dass Pfandsammeln teilweise mit Bettelei verbunden ist. Auch organisierte Gruppen können laut Polizei nicht ausgeschlossen werden. Das einmalige Fragen ist grundsätzlich noch nicht problematisch. Entscheidend ist, wie sich die sammelnde Person nach einer Ablehnung verhält. Geht sie weiter, liegt kein aufdringliches Betteln vor.

Anders sieht es aus, wenn jemand trotz eines klaren Neins weiter nachfragt, die Person verfolgt oder nicht von ihr ablässt. Kommen Beschimpfungen oder körperliche Übergriffe dazu, kann das Verhalten als aggressives Betteln eingestuft werden.

Pfandringe kein Thema

Solche Vorfälle gelten als Verwaltungsübertretung und werden von der Polizei erfasst. Seit der Einführung des Pfandsystems wurde allerdings kein Anstieg bei den Meldungen festgestellt. Auch bei der Stadt Wien sind bisher keine entsprechenden Beschwerden eingelangt. Trotz der Berichte über unangenehme Begegnungen gibt es damit derzeit keine Hinweise auf eine breitere Zunahme solcher Vorfälle.

Pfandringe an Mistkübeln bleiben in Wien weiterhin kein Thema. Dabei könnten leere Flaschen und Dosen außen am Behälter abgestellt werden, ohne dass Sammler im Müll suchen müssen. Die Stadt lehnt eine solche Lösung weiterhin ab. Als Gründe werden hygienische Bedenken und das Erscheinungsbild im öffentlichen Raum genannt.

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