Unwetter-Alarm

Superzelle im Anmarsch: Hier herrscht Alarmstufe Rot

Gewaltige Superzelle mit dunklen Wolken über grüner Landschaft bei Freudenstadt, Baden-Württemberg.
© Getty Images
In Teilen Österreichs muss man am Donnerstag mit Unwettern rechnen.
OE24 auf Google bevorzugen

Österreich steht am Donnerstag vor einer brisanten Unwetterlage. Eine Luftmassengrenze trifft auf eine kräftige Südwestströmung und sorgt damit für besonders günstige Bedingungen für schwere Gewitter. Meteorologen warnen vor Starkregen, großem Hagel und schweren Sturmböen. Besonders brisant: Aufgrund der starken Windscherung können sich auch Superzellen entwickeln.

Die ersten Gewitter werden ab Mittag beziehungsweise am frühen Nachmittag im Westen und Südwesten erwartet. Besonders in Osttirol und Oberkärnten könnte sich bereits eine kräftige Superzelle bilden. Im weiteren Verlauf verlagert sich der Schwerpunkt der Gewitter zunehmend nach Osten.

Heftigste Gewitter von der Obersteiermark bis Wien

Besonders aufmerksam beobachten Meteorologen einen Streifen von der Obersteiermark bis ins Wiener Becken. Dort können sich am Nachmittag und Abend ebenfalls Superzellen entwickeln. Auch im übrigen Land sind kräftige Gewitter möglich, wobei der Süden besonders betroffen sein kann.

Im Südosten Österreichs könnte es hingegen zunächst noch trocken bleiben. Später nimmt aber auch dort die Gewittergefahr zu. In der Nacht können vor allem zwischen Kärnten und dem Mittelburgenland noch kräftige Gewitter durchziehen.

Die möglichen Begleiterscheinungen haben es in sich: Bei den stärksten Gewittern sind Hagelkörner mit bis zu fünf Zentimetern Durchmesser, Starkregen und schwere Sturmböen möglich. Lokal kann innerhalb kurzer Zeit so viel Regen fallen, dass Bäche und kleinere Flüsse rasch anschwellen und Überflutungen auftreten.

© Getty Images

Was ist eine Superzelle?

Eine Superzelle ist nicht einfach ein besonders großes Gewitter. Charakteristisch ist ein anhaltender, rotierender Aufwindbereich innerhalb der Gewitterwolke. Dafür braucht es unter anderem starke Windscherung – also deutlich unterschiedliche Windgeschwindigkeiten oder Windrichtungen in verschiedenen Höhen.

Genau diese Bedingungen sind am Donnerstag in Österreich gegeben. Superzellen können besonders langlebig und gefährlich sein und neben extremem Starkregen und großem Hagel auch schwere Sturmböen hervorbringen. Unter günstigen Bedingungen können sich sogar Tornados entwickeln. Die GeoSphere Austria weist darauf hin, dass unterschiedliche Winde in verschiedenen Höhen zu den Faktoren gehören, die die Tornadobildung begünstigen.

Unwettergefahr bis in die Nacht

Am Abend gehen die Gewitter vielerorts allmählich in Regen über oder legen vorübergehend eine Pause ein. Die Gefahr ist damit aber noch nicht überall vorbei. Vor allem im Süden können in der Nacht weitere kräftige Gewitter entstehen.

Die Warnlage reicht dabei von lokal kräftigen Gewittern bis hin zu einer hohen Gefahr schwerer Gewitter. Die GeoSphere Austria stuft schwere Gewitter insbesondere dann als problematisch ein, wenn Starkregen, schwere Sturmböen und großer Hagel zusammentreffen. Muren, Unterspülungen und Überschwemmungen können die Folge sein.

Für Österreich gilt daher heute besondere Vorsicht: Wer am Nachmittag oder Abend unterwegs ist, sollte die Entwicklung der Gewitter genau beobachten. Eine Superzelle kann sich relativ rasch verstärken und lokal erhebliche Schäden verursachen – während wenige Kilometer entfernt deutlich weniger passiert. Genau diese kleinräumigen Unterschiede machen die Vorhersage von Gewittern besonders schwierig.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden