Als Box-Ikone Christy Martin

Sydney Sweeney steigt in den Boxring

© Variety via Getty Images
Im Boxring nahezu ungeschlagen, privat misshandelt und beinahe getötet: Sydney Sweeney erzählt in einem neuen Film die bewegende Story von Box-Ikone Christy Martin.
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Sydney Sweeney (28) steigt in den Ring – doch der härteste Kampf findet außerhalb davon statt. Am 3. September startet in Österreich "That’s Why The Lady Is A Champ", David Michôds Filmbiografie über Christy Martin (58), jene Boxerin, die in den 1990er-Jahren dem Frauenboxen in den USA zu ungeahnter Popularität verhalf.

Die echte Christy bei einem ihrer legendären Kämpfe. Privat durchlebte sie die Hölle mit ihrem Manager und Ehemann. © Getty Images

Sie revolutionierte das Frauenboxen

Martins Geschichte klingt, als hätte Hollywood sie erfunden. Aufgewachsen in West Virginia, entdeckt sie Ende der Achtziger eher zufällig ihr Talent für den Boxsport. Mit aggressivem Stil, Schlagkraft und großer Klappe kämpft sie sich nach oben. Promoter Don King (gespielt von Chad Coleman) nimmt sie unter Vertrag, 1996 landet sie als erste Boxerin auf dem Cover der "Sports Illustrated". Die "Coal Miner’s Daughter", wie sie genannt wird, avanciert zum Star in einer Sportwelt, in der Frauen bis dahin Randfiguren waren.

Sydney Sweeney musste für die Rolle hart trainieren. © Tobis Film

Vom Ehemann beinahe getötet

Doch während Martin öffentlich Stärke inszeniert, wird ihr Privatleben zum Gefängnis. Ihr 25 Jahre älterer Trainer Jim Martin (im Film von Ben Foster verkörpert) wird ihr Ehemann und kontrolliert zunehmend ihr Leben. Christy verbirgt ihre Homosexualität, erträgt psychische und körperliche Gewalt und wird schließlich drogenabhängig. 2010 eskaliert die Beziehung: Jim Martin sticht mehrfach auf seine Frau ein, schießt auf sie und lässt sie vermeintlich sterbend zurück. Sie überlebt. Später findet Martin auch privat neues Glück – mit der ehemaligen Boxerin und einstigen Gegnerin Lisa Holewyne.

Die beiden Powerfrauen bei der US-Filmpremiere von "Christy" (hierzulande "That’s Why The Lady Is A Champ"). © Variety via Getty Images

14 Kilogramm nahm Sweeney für die Rolle ab

Monatelanges Boxtraining nahm Schauspielerin Sydney Sweeney für die Rolle. Sie nahm rund 14 Kilogramm zu und stemmte regelmäßig Gewichte. Mit brauner Vokuhila-Frisur, Kontaktlinsen und muskulösem Körper ist der "Euphoria"-Star zeitweise kaum wiederzuerkennen. Entscheidend ist jedoch weniger die äußerliche Verwandlung als Sweeneys Wechsel zwischen großspuriger Ringkämpferin und einer Frau, die hinter verschlossenen Türen immer kleiner wird. Die "echte" Christy (wie der Film auch in der Originalversion heißt) zeigte sich beeindruckt: Sie habe zunächst nicht geglaubt, dass ausgerechnet Sweeney diese "Down and Dirty Boxer"-Seite glaubwürdig verkörpern könne – dann habe sie es zu hundert Prozent geschafft.

Der Film zeigt die Höhen, vor allem aber auch die Tiefen der Boxerin, die jahrzehntelange ihre Homosexualität verbarg. © Tobis Film
“Es ist immer noch merkwürdig, die eigene Geschichte auf der Leinwand zu sehen.”

Christy Martin

Bei der US-Premiere im Oktober 2025 standen die beiden gemeinsam auf dem roten Teppich. "Es ist immer noch merkwürdig, die eigene Geschichte auf der Leinwand zu sehen", so Martin. Beim dritten Ansehen habe sie versucht, etwas Abstand zu gewinnen. Gleichzeitig sei Sweeney so überzeugend, dass Martin sich manchmal daran erinnern müsse, dass sie da gerade sich selbst sehe – und manchmal daran, dass es eben nicht sie selbst sei. Die eigentliche Wucht des Films liegt, so die Filmkritiken, ohnehin in der wahren Geschichte. Christy Martin gewann Dutzende Kämpfe im Ring. Ihr größter Sieg aber war, einen Kampf zu überleben, für den es keinen Gong und keine Punktrichter gab.

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